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Polyamid 6T-6I

Polyamid 6T-6I
Materialgruppen:
Kunststoff > Thermoplaste > Polyamide Materialbeschrieb Polyamid 6T/6I gehört zur Gruppe der Polyamide (PA) und zeichnet sich innerhalb dieser Gruppe durch seine guten mechanischen Eigenschaften aus. Die Gruppe der Polyamide (PA) enthält eine unglaubliche Vielfalt von unterschiedlichen Produkttypen. Der allergrösste Teil, ca. 95% der Produktion, entfällt allerdings auf [[Polyamid_6|Polyamid 6]] und [[Polyamid_66|Polyamid 66]], wovon die Produktion von Fasern etwa 60% ausmacht. Polyamide werden seit 1937 industriell hergestellt. 1990 wurde PA 6T/6I entwickelt, um eine Lücke zwischen den klassischen technischen Kunststoffen und den teureren Hochleistungskunststoffen zu schliessen. Das Copolymer wird aus Hexamethylendiamin, Terephthal- und Isophthalsäure hergestellt. PA 6T/6I wird fast ausschliesslich mit Glasfasern verstärkt angeboten. PA 6T/6I ist sehr steif und fest und nimmt weniger schnell Wasser auf als andere Polyamide. Es ist heisswasserbeständig und zeichnet sich auch bei hohen Anwendungstemperaturen durch seine guten thermischen Eigenschaften aus. Seine Beständigkeit gegen Chemikalien ist hoch. PA 6T/6I wird im Spritzgussverfahren verarbeitet. Polyamide gehören wegen ihrer guten Gleit- und Notlaufeigenschaften, der hohen Verschleiss- und Druckfestigkeit und der ausreichenden Formbeständigkeit in der Wärme zu den bevorzugten Kunststoff-Lagerwerkstoffen. Wegen seiner guten mechanischen Eigenschaften kann PA 6T/6I als Substitut für Metalle eingesetzt werden. Seine Heisswasserbeständigkeit erlaubt eine Anwendung für medizinische Geräte, die wiederholt sterilisierbar sein müssen. Für Funktionselemente mit Chemikalienkontakt ist PA 6T/6I im Speziellen auch bei hohen Anwendungstemperaturen geeignet. Abkürzung:
PA 6T/6I Andere Bezeichnungen/Synonyme:
Polyphthalamid, PPA Handelsnamen:
Amodel, Grivory, Zytel HTN Hintergrund Geschichte:
Polyamide werden seit 1937 industriell hergestellt. Die ersten Produkte waren die Chemiefasern unter den Handelsnamen Nylon (PA 66) und Perlon (PA 6). Ökonomie:
Die Polyamide machen 1,5% der Weltproduktion von Kunststoffen aus. Sie stehen somit mengenmässig an gleicher Stelle wie die Polycarbonate. Herstellung Fertigung:
Die Zahlenangabe nach der Bezeichnung PA bezieht sich auf die Anzahl Kohlenstoffatome im Monomer. Eine mehrstellige Zahl weist darauf hin, dass zur Herstellung mehrere Monomere verwendet werden. Einige wichtige Monomere werden jedoch mit einem Buchstaben abgekürzt. So steht z. B. T für Terephthalsäure und I für Isophthalsäure.
PA 6T/6I ist demnach ein Copolyamid, das aus mehreren polyamidbildenden Monomeren, namentlich Hexamethylendiamin, Terephthal- und Isophthalsäure hergestellt wird.
PA 6T/6I wird fast ausschliesslich mit Glasfasern verstärkt angeboten. Eigenschaften Gefüge/Mikrostruktur:
teilkristallin Bearbeitung Lieferformen:
Granulat Formen und Generieren: spritzgiessen
Fügen und Verbinden: kleben, nieten, schnappverbinden, schrauben, schweissen
Oberflächenbehandlung: lackieren
Trennen und Subtrahieren: bohren, drehen, fräsen, hobeln, sägen

Anwendung Anwendungsgebiete:
Fahrzeugbau, Maschinenbau, Elektronik, Sanitäranlagen Anwendungsbeispiele:
Lagerkäfige, Befestigungselemente, Ventildeckel, Pumpen, Ladeluftkühler, Wasserkästen, Drosselklappen-Stellglieder, Zündanlagen-Bauteile, Multiplexergehäuse, Scheinwerferreflektoren, Reib- und Gleitkomponenten, Steckverbinder, Elektromotorenkomponenten, Sensoren, IC-Gehäuse, Spulenkörper, Lampenfassungen, Leuchtengehäuse, Armaturen Sammlungen

Muster in folgenden Sammlungen: Gewerbemuseum Winterthur
Standort in der Sammlung: Gewerbemuseum Winterthur:
Kunststoff > Schublade 7 Quellennachweis Verwendete Quellen:
Elsner, P., P. Eyerer & T. Hirth (Ed.). (2008). Kunststoffe Eigenschaften und Anwendung. Berlin, Heidelberg: Springer. Material-Archiv-Signatur:
KUN_THE_PA_4 Text verfasst von:
Gewerbemuseum, JB, 2008

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