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Ingres-Papier

Ingres-Papier
Materialgruppen:
Papier > Maschinengefertigtes Papier > Papiere für spezifische Verwendung Materialbeschrieb Ingres Papier ist ein leicht geripptes, handgeschöpftes oder feines Maschinenbüttenpapier. Ingres-Papier ist nach dem französischen Maler J. A. D. Ingres (1780–1867) benannt, der das original handgeschöpfte Papier mit den Papiermühlen von Arches entwickelte. Es dient noch heute, handgeschöpft oder maschinell produziert, als hochwertiges Zeichen- und Malpapier. Hochwertige Qualität wird auch als Echt-Bütten Ingres-Papier bezeichnet. Diese langfaserigen Papiere sind hadernhaltig, säurefrei, neutral geleimt und alkalisch gepuffert, wodurch sie eine gute Alterungsbeständigkeit aufweisen. Ihre Oberflächen sind leicht gekörnt, gerippt und halbmatt. Ursprünglich in verschiedenen, meist pastelligen Farbtönen, ist heute die Farbpalette der verschiedenen Produzenten sehr breit. Da Ingres-Papiere auf speziellen Sieben, den Ingres-Sieben, hergestellt werden, weisen sie ein entsprechendes Wasserzeichen auf, das dem von Vergépapieren ähnlich ist. Die geschöpften Bogen erhalten meist einen vierseitigen echten Büttenrand. Als Überzugs- oder Ausfütterungspapiere werden Ingres-Papiere vollflächig verleimt. Ingres-Papiere eignen sich für Bleistift-, Kreide-, Kohle- und Rötelzeichnungen sowie für Wasserfarben. Sie werden auch gerne als manuelle Druckpapiere in der Holz- und Linolschnitttechnik eingesetzt, sind aber nicht offsetfähig und nur bedingt kopier- bzw. laserfähig. Sie eignen sich ausserdem als hochwertige Einband-, Umschlag- und Vorsatzpapiere für die Buch- und Katalogherstellung. Alternative Schreibweise(n):
Ingrespapier Hintergrund Ökologie:
Zur Herstellung von Baumwollzellulose werden nur etwa 10% der Chemikalien benötigt, welche für die Verarbeitung von Holzschliff zu Zellulose verwendet werden. Recycling:
Ingres-Papier ist vollständig rezyklierbar und da es aus Baumwollzellulose und Zellstoff besteht, erhöht dies die Qualität des neu produzierten Papiers. Herstellung Gewinnung:
Für die Herstellung von Ingres-Papier werden heute, je nach Produkt, Baumwollzellulose und Zellstoff verwendet. Eine Charakteristik des ursprünglichen Ingres-Papiers waren hinzugefügte Stücke von geschnittener Wolle. Die Baumwollzellulose wird aus Hadernstoffen gewonnen, also aus vorverarbeiteten Baumwollfasern, die aus Fäden und Geweben freigelegt werden müssen. Die textilen Abfallstoffe werden nach Qualität sortiert, in einem Kochprozess gereinigt und schrittweise zerfasert. Der Zellstoff wird durch einen chemischen Aufschluss aus Hackschnitzeln von Laub- und Nadelhölzern gewonnen. Dabei wird der grösste Teil des Lignins herausgelöst, wodurch sich sowohl der Weissgrad als auch die Altersbeständigkeit des Papiers erhöht. Die gewonnenen Fasern werden in Wasser zu einem Brei, auch Fasersuspension oder Ganzzeug genannt, aufgelöst. Fertigung:
Auf der Rundsiebmaschine wird das Endformat des Bogens durch eine Formateinteilung auf dem Sieb festgelegt. So entstehen wie beim handgeschöpften Papier Bogen mit dem typischen 4-seitigen Büttenrand. Die feuchten Bogen werden nur kalt gepresst, laufen also nicht durch eine Heisspresse oder einen Kalander, weshalb die Oberfläche faserig und samtig bleibt. Da die Fasern leicht benetz- und quellbar sind, können sie mittels einer neutralen Leimung wasserabweisend gemacht werden. Eigenschaften Kennwerte beziehen sich auf:
In Bogen mit einer flächenbezogenen Masse von 90 g/m2. Zusammensetzung/Analyse:
Gereinigte Baumwollzellulose und Zellstoff Erscheinung: verschiedene helle und dunkle Pastelltöne Haptik: samtig

Beständigkeit: Ingres-Papier ist säurefrei und garantiert eine gute Alterungsbeständigkeit, Farb- und Lichtechtheit. Mechanische Eigenschaften:

Flächengewicht: 90.00 bis 160.00 g/m2


Bearbeitung Lieferformen:
In Bogen, im Format von rund 50x65 cm und mit den flächenbezogenen Massen von 90 bis 160 g/m2. Lieferbare Materialqualitäten:
Heute wird ein breites Sortiment von Ingres-Papier verschiedenster Produzenten hergestellt, vom handgeschöpften Bogen mit Baumwollfasern bis zum reinen Sulfitzellstoff. Im Fachhandel für Zeichen- und Malbedarf ist Ingres-Papier auch gebunden als Zeichenblock erhältlich. Ingres-Karton wird in höheren flächenbezogenen Massen auch als Passepartout- oder Einbandkarton angeboten. Fügen und Verbinden: kleben
Oberflächenbearbeitung: prägen
Oberflächenbehandlung: bedrucken
Trennen und Subtrahieren: schneiden, stanzen

Anwendung Anwendungsgebiete:
Künstlerbedarf,
Buchbinderei. Sammlungen

Muster in folgenden Sammlungen: ETH Zürich Baubibliothek, Gewerbemuseum Winterthur, HSLU T+A Campus Horw, Sitterwerk St. Gallen, ZHdK Medien- und Informationszentrum
Standort in der Sammlung: ETH Zürich Baubibliothek:
ZP-PM-SK | Papiere, maschinengefertigt > Spezialpapiere Gewerbemuseum Winterthur:
Papier > Schublade 71 Bezugsquelle Bezugsquelle Sammlungsmuster:
Antalis AG (Schweiz), Lupfig Quellennachweis Verwendete Quellen:
Göttsching, L. & Katz, C. (1999). Papier Lexikon. Gernsbach: Deutscher Betriebswirte Verlag GmbH.
Turner, S. (1998). The Book of Fine Paper. London: Thames and Hudson.
Zehnder, E. Z. (2008). Lexikon Buch Druck Papier. Bern: Haupt. Material-Archiv-Signatur:
PAP_MAS_SPE_11 Bilder

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