MATERIALARCHIV

Knochenporzellan Bone China 1148

Knochenporzellan Bone China 1148
Materialgruppen:
Keramik > Keramische Massen > Silikatkeramik > Sinterfähige Silikatkeramik > Porzellane Materialbeschrieb Knochenporzellan (Bone China) ist ein Weichporzellan mit besonders grosser Transluzenz. Knochenporzellan zählt zum Weichporzellan. Es wurde im 19. Jh. in England entwickelt. Bone China hat seinen Namen wegen des 50–60% Masseanteil an Calciumphosphat (gebrannte Rinderknochen), das den sonst üblichen Feldspatanteil in Porzellanmassen weitgehend ersetzt. Der Anteil an Kaolin ist wesentlich niedriger als bei Hartporzellan. Um die Knochenporzellanmasse plastisch zu machen, wird ihr 1% Ball Clay (Steingutton) zugesetzt. Der Giessschlicker Bone China 1148 ist von weiss-transluzenter Brennfarbe. Knochenporzellan ist von grosser Transparenz und hat eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen Schlag und Absplitterung. Knochenporzellan brennt man in der Regel bei Temperaturen an der Grenze des Schmelzbereichs (wo der Scherben wieder zu wachsen beginnt), maximal bei 1280 °C. Das Brennen erfordert daher eine genaue Einhaltung der Brenntemperaturen, in der Praxis 1200–1280 °C, damit die eutektische Temperatur nicht durch sonstige Bestandteile weiter erniedrigt wird. Im abgekühlten Scherben sind als Phasen etwa 40 Gewichtsprozent Ca3(PO4)2 (Calciumphosphat), 20% Anorthit und 40% Glasphase enthalten. Bone China wird gewöhnlich zweimal gebrannt, das erste Mal noch ohne Glasur bei 1240 °C bis 1280 °C, nach Auftrag der Glasur folgt der zweite Brand bei 1080 °C. Bone China 1148 wird für hochwertige Kunstgegenstände, aber auch Lampen oder andere dünne, lichtdurchlässige Objekte sowie für Lithophanien verwendet. Handelsnamen:
Potclay-Giessmasse/Porzellan Nr.1148 Bone China Alternative Schreibweise(n):
Knochenporzellan 1148, Potclay-Giessmasse 1148 Hintergrund Recycling:
Nicht gebrannte Porzellanmasse kann immer wieder aufbereitet werden. Gebrannter Ton gilt als Bauschutt und die Entsorgung ist in der Schweiz, in Deutschland und in Österreich gebührenpflichtig. Kunst, Handwerk, Design:
Knochenporzellan wird für hochwertige Kunstgegenstände sowie Lampen oder andere dünne, lichtdurchlässige Objekte verwendet. Herstellung Entstehung:
Knochenporzellan zählt zum Weichporzellan. Es wurde 1748 von Thomas Frye in England entwickelt. Es gilt als das hochwertigste und edelste Porzellan der Welt, weil es von grosser Transparenz ist und eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen Schlag und Absplitterung aufweist. Gewinnung:
Kaoline, Quarz und Knochenasche werden separat als reine Stoffe gewonnen und entsprechend der Rezeptur gemischt. Fertigung:
Der Giessschlicker Bone China 1148 hat seinen Namen von den 50–60% Anteil Knochenasche oder Phosphaten an der Masse. Der Anteil an Kaolin ist wesentlich niedriger als bei Hartporzellan. Das Porzellan wird gewöhnlich zweimal gebrannt, das erste Mal noch ohne Glasur bei 1240–1280 °C, nach Auftrag der Glasur folgt der zweite Brand bei 1080 °C. Um die Knochenporzellanmasse plastisch zu machen, wird ihr 1% Ball Clay (Steingutton) zugesetzt. Knochenporzellan hat ein kurzes Brennintervall und eine grosse Brennschwindung. Die Stücke neigen zum Verziehen und zur Blasenbildung. Eisenverunreinigungen bilden weisses Ferrophosphat, das an der Luft blau wird. Eigenschaften Kennwerte beziehen sich auf:
Das Pulver 1148 Bone China wird mit der angegebenen Wassermenge zu Giessschlicker angerührt. Zusammensetzung/Analyse:
Der Versatz enthält neben Knochenasche (Calciumphosphat in Form von Apatit) Kaolin und Feldspat. Knochenasche besteht im Wesentlichen aus: Ca₃(PO4)₂ neben geringen Anteilen an CaCO₃, Mg(PO4)₃ und CaF₂. Die Knochenporzellanmasse besteht aus ca. 50% entfetteten Rinderknochen, 25% Cornish stone (Calciumfeldspat) und 25% China Clay (Kaolin aus Cornwall in England). Sie ist unplastisch und wird deshalb mit 1% Ball Clay (plastischer Steingutton) versetzt. Im abgekühlten Scherben sind als Phasen etwa 40% Ca₃(PO4)₂ (Calciumphosphat), 20% Anorthit und 40% Glasphase enthalten. Beimischungen, Art:
keine Zusätze Erscheinung: Aussehen:
Hochgebranntes Bone China 1148 sieht geschliffen aus wie hochweisser Marmor und ist in dünnen Schichten lichtdurchlässig. Farbe: Weisstöne
Die Farbe des Scherbens wird beim Porzellan im Allgemeinen durch die Atmosphäre des Brandes bestimmt.
Bone China 1148 ist, oxidierend wie reduzierend gebrannt, weiss und in dünnen Schichten transluzent. Geruch: neutral
Knochenporzellan ist im ungebrannten Zustand von geruchlos über erdig bis feucht-moderig. Der Geruch ist von den Mikroorganismen abhängig, die sich während der Lagerungszeit auf den Aussenflächen von Masseballen ausbreiten.
Gebrannt sind alle Keramiken geruchlos. Die haptische Qualität ist sowohl von der Bearbeitung als auch von der Oberflächenbehandlung abhängig. So können sich zum Beispiel aufgeraute Oberflächen noch nach dem Glasieren mit einer glänzenden Glasur rau anfühlen, und polierte Stücke sind auch ohne Glasur seidig-glatt. Beständigkeit: Gebranntes Porzellan hat eine hohe Beständigkeit. Es ist sehr widerstandsfähig gegen Säuren. Frostbeständigkeit: bedingt beständig
Die plastische (feuchte) Porzellanmasse muss vor Frost geschützt gelagert werden, weil sonst das Gefüge der Tonplättchen zerstört wird. Gefrorene Massen können nach dem Auftauen aufbereitet und wieder verwendet werden.
Je poröser das gebrannte Porzellan, desto eher kann Wasser eindringen und beim Gefrieren Abplatzungen erzeugen. Dichtgebrannte Porzellane sind daher im allgemeinen frostbeständig. Laugenbeständigkeit: beständig
Dichtgebrannt und unglasiert, weist dieses Porzellan eine natürliche Laugenbeständigkeit auf. Bei glasierten Stücken ist die Beständigkeit von der Glasur abhängig. Lösungsmittelbeständigkeit: beständig
Säurenbeständigkeit: beständig
Dichtgebrannt und unglasiert weist dieses Porzellan eine natürliche Säurenbeständigkeit auf. Bei glasierten Stücken ist die Beständigkeit von der Glasur abhängig. Knochenporzellan 1148 ist nicht temperaturwechselbeständig und eignet sich nicht als Kochgeschirr.
Porzellane ertragen zwar im Brand hohe Temperaturen (bis zur angegebenen Glattbrandtemperatur), sind aber nicht temperaturschockbeständig, d. h. schnelles Aufheizen und Abkühlen im Gebrauch kann zum Zerspringen führen. Witterungsbeständigkeit: beständig
Ungebrannte trockene Tone verlieren im Kontakt mit Wasser ihre Form und werden wieder plastisch. Nach der Scherbenbildung im Temperaturbereich von 600–800 °C lassen sich Tone und Porzellane durch Wasser nicht mehr angreifen. Dichtgebrannte Porzellane sind witterungsbeständig. Mechanische Eigenschaften:

Gesamtporosität: 3.00 bis 5.00 Vol %

Hygrische Eigenschaften: Max. 3–5% (völlige Dichte, geschlossene Poren) Thermische Eigenschaften:

Glattbrandbereich: 1 200.00 bis 1 250.00 °C
Rohbrandbereich: 960.00 °C


Bearbeitung Lieferformen:
Giesstonschlicker in Behältern zu 5, 25 oder 100 Liter.
Plastische Masse in Säcken à 12,5 kg (nur auf Bestellung erhältlich). Lieferbare Materialqualitäten:
Wird als Giessmasse oder als plastische (feuchte) Porzellanmasse bezogen. Besonderheiten:
Knochenporzellan hat ein kurzes Brennintervall und eine grosse Brennschwindung. Die Stücke neigen zum Verziehen und zur Blasenbildung. Die Giessmasse 1148 Bone China eignet sich gut zum Giessen. Nass in nass durch Aufrauen und gutes Andrücken sowie Gegeneinanderverstreichen. Je trockener die Masse ist, desto nötiger wird es, die beiden Verbindungsstellen aufzurauen und vor dem Zusammenfügen mit Schlicker (trockenes Porzellanpulver mit Wasser angerührt) zu bestreichen. Je trockener die Masse ist, desto dickflüssiger soll auch der Schlicker sein. Wegen der unterschiedlichen Schwindung der Porzellanmassen müssen die zusammenzufügenden Teile aus der gleichen Masse bestehen und zwingend mit Schlicker aus der gleichen Porzellanmasse verbunden werden. Die Plastizität des Tons erlaubt den Ausdruck metallischer Härte und weicher Stofflichkeit; von Pelz bis Stacheligkeit ist alles möglich. Es gibt eine enorme Vielfalt an Oberflächenbearbeitungen für keramische Objekte und weitere können erfunden werden. Hier eine Auswahl:
Im nassen Zustand:
Im lederharten Zustand:
schaben, polieren (auch mit Blechen, wodurch sich metallische Oxide abreiben und im reduzierten Brand metallische Effekte sichbar werden)
Im rohgebrannten Zustand:
schleifen...
Nach dem Glattbrand:
vergolden/lüstern schleifen mit Schleipapier Bone China 1148 kann im plastischen Zustand am besten mit Draht oder Silch, aber auch mit Messern geschnitten oder von Hand abgerissen werden. Im gebrannten Zustand sind die gleichen Werkzeuge wie für das Trennen und Bohren von Stein und Beton notwendig, wobei wegen der höheren Oberflächenspannung mit langsameren Drehzahlen und Geschwindigkeiten gearbeitet werden muss. Porzellan ist im Rohzustand wie auch gebrannt sehr zerbrechlich. Trocknung:
Der hohe Wasseranteil der Porzellanmasse verdunstet, was zu einer Schwindung des Volumens führt. Die Trocknung muss sorgfältig und langsam erfolgen: Klebt das Werkstück auf der Unterlage, gibt es Risse. Dünnere Stellen trocknen schneller. Es empfiehlt sich, ein fertig geformtes Objekt mit Kunststofffolie abzudecken und auf einer Zeitung stehend trocknen zu lassen. Veredelung:
Im rohen oder rohgebrannten Zustand:
Glasieren mit Glasuren für den Temperaturbereich 1200–1250 °C. (Die ideale Glasurbrandtemperatur für die Masse Bone China 1148 beträgt 1200–1250 °C.) Trockene Porzellanmasse muss bei hohen Temperaturen gebrannt werden, sonst bleibt sie brüchig. Knochenporzellan 1148 ist nach einem Brennprozess von ca. 960 °C formbeständig und kann bis zu maximal 1290 °C glatt gebrannt werden. Arbeitsschutz:
Jegliche Staubentwicklung ist zu vermeiden:
- trockene Tone nie schleifen, sondern verschwammen
- gebrannte Tone nur nass schleifen
- Arbeitsplatz und Räumlichkeiten feucht reinigen
- Arbeitskleider regelmässig wechseln/waschen
- Arbeitsweisen wählen, die nicht zur Freisetzung von Staub führen
- bei unumgänglich staubproduzierenden Verfahren die richtige Feinstaubmaske tragen
- Lüftung und Staubfilter einbauen
Vorsicht im Umgang mit Elektrizität und Ofenhitze, mit Elektrizität und Wasser sowie im Umgang mit Maschinen und Geräten. Konservierung: Schutz und Pflege:
Giessmassen und plastische Fertigmassen müssen vor Frost geschützt gelagert werden. Um das Austrocknen zu verhindern, muss die Verpackung einwandfrei sein und offene Säcke müssen gut verschlossen werden. Wenn nicht ausdrücklich als Kochgeschirr gekennzeichnet, sollten Keramikobjekte nicht in den Backofen oder ins offene Feuer gestellt werden, denn sie sind temperaturschockempfindlich sind. Anwendung Anwendungsgebiete:
Bone China 1148 wird für hochwertige Kunstgegenstände, aber auch Lampen oder andere dünne, lichtdurchlässige Objekte verwendet. Umweltschutz:
Energieverbrauch:
Das Brennen von keramischen Objekten muss angepasst erfolgen und dauert mehrere Stunden. Es lohnt sich daher, auf einen gut isolierten Ofen zu achten und die Ofenkapazität optimal auszunutzen. Durch das Einmalbrandverfahren kann ein zweiter Brand vermieden und somit Energie eingespart werden.
Gasemissionen:
Durch die Brennprozesse werden Gase freigesetzt, die unterschiedlich umweltbelastend sind. Ein bewusster Umgang mit Masserohstoffen und Arbeitsweisen kann zur Verminderung von Gasemissionen führen, sie lassen sich jedoch nie ganz vermeiden.
Bauschutt:
Ungebrannter Ton lässt sich immer wieder neu aufbereiten. Gebrannte Keramik muss als Bauschutt entsorgt werden. In der Industrie wird gebrannter Tonbruch zu Schamotte verarbeitet und der Arbeitsmasse bei der Aufbereitung wieder zugesetzt. Nicht verarbeitete Tone (plastisch oder trocken) dürfen nicht frei in Wald und Feld abgelagert werden.
Sonderabfall:
Schlickerwässer vom Händewaschen oder von der Reinigung von Arbeitsgeräten gehören nicht ins Abwasser – bei regelmässigem Umgang mit Ton ist zwischen Spültrog und Abflusssystem ein Tonabscheider einzubauen.
Reste die sich in den Auffangbecken ansammeln, sollten gebrannt und als Bauschutt entsorgt werden. Sammlungen

Muster in folgenden Sammlungen: Gewerbemuseum Winterthur, ZHdK Medien- und Informationszentrum
Standort in der Sammlung: Gewerbemuseum Winterthur:
Keramik > Schublade 29 HSLU T+A Campus Horw:
auf Assistenz verfügbar Bezugsquelle Musterherstellung:
Keramikwerk Winterthur
Schule für Gestaltung Bern und Biel, Keramikdesign Fachklasse Quellennachweis Verwendete Quellen:
Weiss, G. (2003). Keramik Lexikon: Praktisches Wissen griffbereit. 3. Auflage. Bern, CH: Haupt.
Kollenberg, W. (2004). Technische Keramik. Essen, D: Vulkan-Verlag GmbH.
Salmang, H./Scholze, H. (2007). Keramik: 7. vollständig neubearbeitete und erweiterte Auflage. Berlin und Heidelberg, D: Springer. Weitere Quellen:
Flückiger, B. / Jakob, S. (2002). Ausstellungsheft KERAMIK. Gewerbemuseum Winterthur.
Peterson, S. (1999). Handwerk und Kunst der Keramik. Köln, D: Könemann Verlagsgesellschaft GmbH. Expertin / Experte:
Sandra Hafner-Giorgio, Adrian Knüsel Material-Archiv-Signatur:
KER_GEM_SIL_SIN_POR_1 Bilder

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