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Pergamin

Pergamin
Materialgruppen:
Papier > Maschinengefertigtes Papier > Papiere für Verpackungen Materialbeschrieb Pergamin ist ein hochsatiniertes, weitgehend ungeleimtes Papier aus gebleichtem Zellstoff mit hoher Transparenz und Fettdichtigkeit. Pergamin ist in seinem Charakter als transparentes und fettdichtes Papier dem Pergamentpapier, auch Echt-Pergament genannt, sehr ähnlich und sogar schwer davon zu unterscheiden. Im Herstellungsprozess ist Pergamin zwar einfacher, allerdings erreicht es nicht die Beständigkeit von Echt-Pergament. Pergamin ist fettdicht, jedoch nicht nassfest. Es erreicht eine Transparenz von bis zu 90%. Wurden im Produktionsprozess keine Zusatzstoffe wie z. B. Weichmacher beigefügt, ist Pergamin lebensmittelecht, geschmacks- und geruchsneutral sowie aromaschützend. Unter Licht ist Pergamin nicht alterungsbeständig, sondern vergilbt schnell und wird brüchig. Pergamin kann nach dem Herstellungsprozess geprägt werden, u. a. für Konfektverpackungen. Beschichtungen erhöhen seine Oberflächendichtigkeit, wie z. B. bei der Weiterverarbeitung von Pergamin als Trägermaterial für silikonisiertes Backtrennpapier oder aluminiumbeschichtetes Verpackungspapier für Lebensmittel. Aufgrund seiner Transparenz wird Pergamin für Zwischenlagenblätter bei Fotoalben, als Schutzumschlag von Büchern oder Broschüren, als Einschlagpapier von Confiserieprodukten sowie für Sichtfenster in Briefumschlägen verwendet. Bei optischen Artikeln und Uhren dient es als mechanischer Schutz. Säurefreies Pergamin eignet sich für die Archivierung von Foto- und Filmmaterial. Gefärbt ist Pergamin auch unter der Bezeichnung Drachenpapier geläufig. Andere Bezeichnungen/Synonyme:
Drachenpapier Französische Bezeichnung:
cristal Englische Bezeichnung:
pergamyn, glassine, glazed greaseproof Hintergrund Recycling:
Falls keine hygroskopischen Zusatzstoffe zugegeben oder Imprägnierungen vorgenommen wurden, ist Pergamin vollständig rezyklier- und kompostierbar. Herstellung Gewinnung:
Der Langfaserzellstoff, d. h. grösstenteils aus Nadelhölzern bestehend, wird in einem intensiven und quetschenden Mahlverfahren zu einem schmierigen und zähen Brei zermahlen. Dabei wird die Faseroberfläche erhöht, wodurch sich die Fasern beim Herstellungsprozess ineinander verfilzen und eine dichte, durchscheinende Papierschicht bilden. Zur Entfernung des Restlignins wird der Zellstoff chlorfrei gebleicht. Für farbiges Pergamin werden dem Faserstoff im Holländer oder in der Bütte gelöste Farbstoffe beigemischt, auch Massefärbung genannt. Fertigung:
Der zähe Faserbrei wird im Stoffauflauf auf das Langsieb der Papiermaschine aufgebracht, wo sich die langen Fasern verfilzen, entwässern und eine nasse Papierbahn bilden. Für eine hohe Glätte und Transparenz erhält das Papier in Superkalandern mit bis zu 18 Walzen eine sehr scharfe, feucht-heisse Satinage, wodurch sich die Oberfläche einebnet und das Blattgefüge verdichtet. Im Gegensatz zu Tansparentpapier wird bei Pergamin keine zusätzliche Oberflächenleimung vorgenommen. Eigenschaften Kennwerte beziehen sich auf:
Bogen mit einer flächenbezogenen Masse von 50 g/m2 Zusammensetzung/Analyse:
Reiner und gebleichter Langfaserzellstoff Erscheinung:

Farbe: farblos, Weisstöne
in verschiedenen Farbtönen Haptik: glatt, hart

Beständigkeit: Pergamin ist nicht nassfest und unter Lichteinfluss nicht alterungsbeständig. Es vergilbt stark bis zu Brauntönen und wird brüchig. Mechanische Eigenschaften:

Flächengewicht: 50.00 g/m2
Spezifisches Volumen: 0.900 cm3/g

Chemische Eigenschaften:

pH-Wert: 6.00

Optische Eigenschaften:

Glätte nach Bekk: 900.00 s

Verträglichkeit: Bioverträglichkeit:
Pergamin ist lebensmittelecht, geschmacks- und geruchsneutral, wenn im Produktionsprozess keine Zusatzstoffe, wie z. B. Weichmacher, beigefügt werden. Quellen der Kennwerte: Antalis AG/Brangs + Heinrich (2008). Technisches Datenblatt Pergamin 50. Lupfig. Bearbeitung Lieferformen:
In Bogen oder Rollen, in flächenbezogenen Massen von 20 bis 50 g/m2 Lieferbare Materialqualitäten:
Pergamin wird auch in verschiedenen Farben angeboten, umgangssprachlich auch Drachenpapier genannt. Anwendung Anwendungsgebiete:
Verpackungsindustrie im Bereich Lebensmittel und optische Artikel,
Archive von Museen, Sammlungen, Bibliotheken etc.,
Bastelbedarf Anwendungsbeispiele:
Einschlagpapier von Lebensmitteln,
Trägerpapier für Beschichtungen,
Abdeckblätter von Fotoalben, Trennblätter und Kuverts für Foto- und Filmmaterial,
Schutzumschläge von Büchern und Heften,
Briefumschlagfenster,
Drachen Sammlungen

Muster in folgenden Sammlungen: ETH Zürich Baubibliothek, Gewerbemuseum Winterthur, HKB Bern Fellerstrasse, HSLU T+A Campus Horw, Sitterwerk St. Gallen, ZHdK Medien- und Informationszentrum
Standort in der Sammlung: ETH Zürich Baubibliothek:
ZP-PM-VE | Papiere, maschinengefertigt > Verpackungszweke Gewerbemuseum Winterthur:
Papier > Schublade 6 HKB Bern Fellerstrasse:
KuR HSLU T+A Campus Horw:
Regalfach X (weitere Muster) Bezugsquelle Bezugsquelle Sammlungsmuster:
Antalis AG (Schweiz), Lupfig Quellennachweis Verwendete Quellen:
Göttsching, L. & Katz, C. (1999). Papier Lexikon. Gernsbach: Deutscher Betriebswirte Verlag GmbH.
Zehnder, E. Z. (2008). Lexikon Buch Druck Papier. Bern: Haupt. Weitere Quellen:
Antalis AG/Brangs + Heinrich (2008). Technisches Datenblatt Pergamin 50. Lupfig. Material-Archiv-Signatur:
PAP_MAS_VER_26 Bilder

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