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Ginkgo

Ginkgo
Materialgruppen:
Holz > Laubhölzer > Aussereuropäische Laubhölzer Materialbeschrieb Die Ginkgo (Ginkgo) bilden eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Ginkgogewächse (Ginkgoaceae). Sie stehen stammesgeschichtlich den Nadelhölzern nahe. Der Ginkgo (Ginkgo biloba L.) ist der einzige Überlebende seiner Gattung und somit ein "lebendes Fossil". Er gelangte 1730 nach Europa. In der Schweiz wird er als Zierbaum in Gärten und Parkanlagen kultiviert. Die Bäume mit ihrer pyramidenförmigen Krone erreichen eine Höhe von bis zu 30 m und einen Stammdurchmesser von 2 m. Sie können bis 1000 Jahre alt werden. Auffallend sind ihre fächerartigen Blätter.
Obwohl er den Laubbäumen aus der Gruppe der Bedecktsamer ähnlich sieht, gehört der Gynkgo botanisch wie die Nadelbäume zu den Nacktsamern. Ginkgoholz ist feinfasrig, leicht und ziemlich weich. Das schlichte, schwach gewellte Holz ist im Geruch unauffällig. Ginkgoholz lässt sich von Hand und maschinell gut bearbeiten. Es eignet sich besonders zur Blindholz-Herstellung. Es lässt sich gut verleimen und die Oberflächenbehandlung ist unproblematisch. Das Holz des Ginkgo lässt sich leicht spalten und mit allen Werkzeugen bearbeiten. Ginkgoholz wird u. a. als Verpackungsmaterial, z. B. für Kisten und Trockenfässer, aber auch als Furnier und Blindholz verwendet. Aus dem Holz des weiblichen Baumes werden Skulpturen, Tee-Tabletts, Schachbretter, Figuren, Gebetstafeln und Schneidebretter gefertigt. Andere Bezeichnungen/Synonyme:
Pagodenbaum, Silberpflaume, Fächerblattbaum, Fächerbaum Lateinische Bezeichnung:
Ginkgo biloba L. Englische Bezeichnung:
Maidenhair tree Unterarten:
Es sind etwa 14 Ginkgo-Arten bekannt
- Ginkgo weiblich (Ginkgo biloba L.)
- Ginkgo männlich (Ginkgo biloba L.)
- Ginkgo Hängeform (Ginkgo biloba pendula)
- Ginkgo Säulenfom (Ginkgo biloba tremonia) Ähnliche Arten:
- Tanne
- Fichten Hintergrund Ökonomie:
Neben der Nutzung als Holzwerkstoff finden die Extrakte des Ginkgobaumes ihre Anwendung vermehrt auf den verschiedensten Gebieten der Heilmittelindustrie. Soziologie:
1578 tauchte der Name des Ginkgobaums in der chinesischen Literatur unter der Bezeichnung «yin hsing» bzw. «ya chio» auf. Übersetzt wird dies als «Silberaprikose» was auf die silbrig schimmernden Samenanlagen hinweist. So gelangte der Name nach Japan. Im Japanischen bekam der Baum die Namen «ginkyo», «ginnan» und «icho». Daraus entstand die in Japan gebräuchlichste Bezeichnung, wörtlich übersetzt «Entenfussbaum», was auf die Form der Blätter hinweist.
In der europäischen Medizin wurde die Wirksamkeit des Samens gegen Tuberkelbakterien erkannt.
In früheren Zeiten wurden in China Ginkgoblätter als Zahlungsmittel verwendet. Man legte diese auch zwischen die Buchseiten, um Schädlinge fernzuhalten. Die gerösteten Samen, Pa-Ke-Wo genannt, waren feierlichen Anlässen vorbehalten. Ökologie:
Der Ginkgobaum (Ginkgo biloba L.) gilt als der widerstandsfähigste seiner Art. Der gegen Umweltschadstoffe und Abgase unempfindliche Baum findet sich in vielen Grossstädten als Strassenbaum. 

Der Ginkgo biloba L. gehört weder zu den Laub- noch zu den Nadelbäumen. Er bildet eine eigene Pflanzenfamilie, die Ginkgogewächse (Ginkgoaceae), und vereint unter diesem Namen viele fossile Arten. Wissenschaftlich geht man davon aus, dass der Ginkgobaum eine Geschichte von 300 Millionen Jahren hat. Schon vor der Zeit der Saurier sollen Gyngkoarten die Erde grossflächig besiedelt haben. Sie zogen sich jedoch in der Kreidezeit nach Ostasien zurück. Der Ginkgo biloba L. überlebte die Eiszeit. Mythologie:
Das in der Pflanzenwelt einzigartige zweigeteilte Blatt und die Zweihäusigkeit des Baumes wurden schon früh mit dem Symbol für Yin und Yang in enge Verbindung gebracht. Das Blatt gilt auch als Symbol für die innere Vereinigung zweier liebender Seelen.
Zur modernen Mythenbildung hat auch wesentlich die Geschichte des Tempelbaumes in Hiroshima beigetragen, der bei der Atombombenexplosion 1945 in Flammen aufging, aber im selben Jahr wieder austrieb und weiterlebte. Herstellung Gewinnung:
Der Ginkgo ist in China und Japan beheimatet. Als ältester Baum der Erde wird er in China und Japan als heiliger Baum verehrt. Er findet sich in vielen fernöstlichen Kulturen in Tempelanlagen.
In Europa und der Schweiz wird er vorwiegend als Ziergehölz kultiviert. Der Ginkgo bevorzugt sonnige Plätze, saure sowie gut wasserdurchtränkte und sandige Lehmböden. Eigenschaften Gefüge/Mikrostruktur:
Das Holz des Ginkgo zeigt weder Kern noch Harzkanäle oder Tüpfel und die Holzstrahlen sind von auffallend einfachem, kurzem und einschichtigem Aufbau. Es ist leicht, feinkörnig, glatt und flexibel. Besonderheiten:
Das Holz ist recht witterungsbeständig und schädlingsresistent.
Der Ginkgobaum besitzt eine aussergewöhnliche, natürliche Immunität gegen Schädlinge. Erscheinung: Aussehen:
Das Ginkgoholz ist hellgelblich und hat nur selten eine bräunliche Kernfärbung. Die Holzstruktur ist gerade- und dichtfasrig, die Textur sehr fein und gleichmässig. Farbe: Brauntöne, Gelbtöne, Weisstöne
Geruch: neutral

Beständigkeit: Biologische Schadensfaktoren:
aussergewöhnliche, natürliche Immunität gegen Schädlinge Bearbeitung Lieferformen:
Ginkgoholz wird nur in geringen Mengen im Handel angeboten. Fügen und Verbinden: kleben, nageln, schrauben
Oberflächenbearbeitung: polieren
Oberflächenbehandlung: lackieren
Trennen und Subtrahieren: bohren, drehen, hobeln, sägen

Anwendung Anwendungsgebiete:
Konstruktionsbau, Verpackungsindustrie, Kunstschnitzerei, Spielzeugindustrie, Pharmaindustrie, Naturheilmittelindustrie, Kosmetikindustrie Anwendungsbeispiele:
Furnier- und Spezialholz, Verkleidungen, Vertäfelungen, Blindholz; Verpackungsmaterial, Kisten und Trockenfässer; Skulpturen, Tee-Tabletts, Schachbretter, Figuren, Gebetstafeln, Schneidebretter; aus dem Holz des weiblichen Baumes wird Papier hergestellt.
Naturheilmittel (durchblutungsförderne Substanzen), Tee, Kosmetika, Sammlungen

Muster in folgenden Sammlungen: ETH Zürich Baubibliothek, Gewerbemuseum Winterthur, HSLU T+A Campus Horw, Sitterwerk St. Gallen, ZHdK Medien- und Informationszentrum
Standort in der Sammlung: ETH Zürich Baubibliothek:
HO-GI | Holzarten > Ginkgopflanzen Gewerbemuseum Winterthur:
Massivholz > Schublade 80 Quellennachweis Verwendete Quellen:
Beck Hough, R. (2007). The Woodbook. Köln, Deutschland: Taschen GmbH.
Guggenbühl, P. (2002). Unsere einheimischen Nutzhölzer. Dietikon, Schweiz: Verlag Stocker Schmid AG.
Schafflützel, H. (1982). Nutzhölzer. Zürich, Schweiz: Verlag Verband Schweizerischer Schreinermeister und Möbelfabrikanten, Zürich.
Schweingruber, F. H., & Schoch, W. H. (1992). Holz, Jahrringe und Weltgeschehen. Dietikon, Schweiz: Baufachverlag.
Sell, J. (1997). Eigenschaften und Kenngrössen von Holzarten. Dietikon, Schweiz: Baufachverlag AG.
Wagenführ, R. (2007). Holzatlas. München, Deutschland: Carl Hanser Verlag.
Walker, A. (2007). Atlas der Holzarten. Stuttgart, Deutschland: Eugen Ulmer KG.
Europa-Fachbuchreihe (2007). Holztechnik (Europa-Nr.: 40117). Haan-Gruiten: Verlag Europa-Lehrmittel. Weitere Quellen:
www.schreiner-seiten.de/holzarten/index.htm
www.holzlexikon.de/frame.htm.
www.holzerkennung.at
www.proholz.at
www.baum-des-jahres.de/bdjt.html
www.baumkunde.de Expertin / Experte:
Serge Lunin Material-Archiv-Signatur:
HOL_LAU_AUS_16 Bilder

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