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Ginkgo

Ginkgo
Materialgruppen:
Holz > Holzarten > Laubhölzer Materialbeschrieb Ginkgoholz stammt von der Baumart Ginkgo biloba, die der einzige heute noch existierende Vertreter der Familie der Ginkgogewächse (Ginkgoaceae) ist. Ginkgobäume sind weder Laub- noch Nadelbäume, sondern bilden eine eigene Pfanzenfamilie. Der Ginkgo gilt als älteste heute existierende Baumart der Erde. Die in China heimischen Ginkgogewächse sind bis auf diese eine Art ausgestorben, daher kommt dem Baum eine besondere Aufmerksamkeit zu. Er wird heute weltweit angepflanzt, natürliche Populationen sind aber nur in China zu finden. Der Baum weist einige Besonderheiten (Samen, Rinde, Blätter) auf, zu denen jedoch nicht sein relativ unauffälliges Holz gehört, daher wird der Baum selten als Holzlieferant angebaut. Ginkgoholz ist feinfasrig, leicht und ziemlich weich. Das schlichte, schwach gewellte Holz ist im Geruch unauffällig. Ginkgoholz lässt sich von Hand und maschinell gut bearbeiten. Es eignet sich besonders zur Blindholz-Herstellung. Es lässt sich gut verleimen und die Oberflächenbehandlung ist unproblematisch. Das Holz des Ginkgo lässt sich leicht spalten und mit allen Werkzeugen bearbeiten. Ginkgoholz wird u. a. als Verpackungsmaterial, z. B. für Kisten und Trockenfässer, aber auch als Furnier und Blindholz verwendet. Aus dem Holz des weiblichen Baumes werden Skulpturen, Tee-Tabletts, Schachbretter, Figuren, Gebetstafeln und Schneidebretter gefertigt. Andere Bezeichnungen/Synonyme:
Pagodenbaum, Silberpflaume, Fächerblattbaum, Fächerbaum Lateinische Bezeichnung:
Ginkgo biloba L. Englische Bezeichnung:
Maidenhair tree Hintergrund Geschichte:
Der Ginkgo wird in Ostasien wegen seiner essbaren Samen oder als Tempelbaum kultiviert. Er wurde von holländischen Seefahrern aus Japan nach Europa gebracht und wird hier seit etwa 1730 als Zierbaum gepflanzt. Ökonomie:
Neben der Nutzung als Holzwerkstoff finden die Extrakte des Ginkgobaumes ihre Anwendung vermehrt auf den verschiedensten Gebieten der Heilmittelindustrie. Soziologie:
1578 tauchte der Name des Ginkgobaums in der chinesischen Literatur unter der Bezeichnung «yin hsing» bzw. «ya chio» auf. Übersetzt wird dies als «Silberaprikose» was auf die silbrig schimmernden Samenanlagen hinweist. So gelangte der Name nach Japan. Im Japanischen bekam der Baum die Namen «ginkyo», «ginnan» und «icho». Daraus entstand die in Japan gebräuchlichste Bezeichnung, wörtlich übersetzt «Entenfussbaum», was auf die Form der Blätter hinweist.
In der europäischen Medizin wurde die Wirksamkeit des Samens gegen Tuberkelbakterien erkannt.
In früheren Zeiten wurden in China Ginkgoblätter als Zahlungsmittel verwendet. Man legte diese auch zwischen die Buchseiten, um Schädlinge fernzuhalten. Die gerösteten Samen, Pa-Ke-Wo genannt, waren feierlichen Anlässen vorbehalten. Ökologie:
Der Ginkgobaum gilt als sehr widerstandsfähig. Der gegen Umweltschadstoffe und Abgase unempfindliche Baum findet sich in vielen Grossstädten als Strassenbaum. 
 Mythologie:
Das in der Pflanzenwelt einzigartige zweigeteilte Blatt und die Zweihäusigkeit des Baumes wurden schon früh mit dem Symbol für Yin und Yang in enge Verbindung gebracht. Das Blatt gilt auch als Symbol für die innere Vereinigung zweier liebender Seelen.
Zur modernen Mythenbildung hat auch wesentlich die Geschichte des Tempelbaumes in Hiroshima beigetragen, der bei der Atombombenexplosion 1945 in Flammen aufging, aber im selben Jahr wieder austrieb und weiterlebte. Herstellung Herkunft, geografische Region:
China, Japan Entstehung:
Der Ginkgo gehört weder zu den Laub- noch zu den Nadelbäumen. Er bildet eine eigene Pflanzenfamilie, die Ginkgogewächse (Ginkgoaceae), und vereint unter diesem Namen viele fossile Arten. Man geht davon aus, dass der Ginkgobaum eine Geschichte von 300 Millionen Jahren hat. Schon vor der Zeit der Saurier sollen Gyngkoarten die Erde grossflächig besiedelt haben. Sie zogen sich jedoch in der Kreidezeit nach Ostasien zurück. Der Ginkgo biloba überlebte die Eiszeit. Ausgangsmaterial:
Der Ginkgo ist in China und Japan beheimatet, wo er als heiliger Baum verehrt wird. Er findet sich in vielen fernöstlichen Kulturen in Tempelanlagen. Der Ginkgo bevorzugt sonnige Plätze, saure sowie gut wasserdurchtränkte und sandige Lehmböden.
Der Ginkgo gelangte 1730 nach Europa. In der Schweiz wird er als Zierbaum in Gärten und Parkanlagen kultiviert. Die Bäume mit ihrer pyramidenförmigen Krone erreichen eine Höhe von bis zu 30 m und einen Stammdurchmesser von 2 m. Sie können bis 1000 Jahre alt werden. Auffallend sind ihre fächerartigen Blätter. Obwohl er den Laubbäumen aus der Gruppe der Bedecktsamer ähnlich sieht, gehört der Ginkgo botanisch wie die Nadelbäume zu den Nacktsamern. Eigenschaften Gefüge/Mikrostruktur:
Das Holz des Ginkgo zeigt weder Kern noch Harzkanäle oder Tüpfel und die Holzstrahlen sind von auffallend einfachem, kurzem und einschichtigem Aufbau. Es ist leicht, feinkörnig, glatt und flexibel. Besonderheiten:
Erscheinung: Aussehen:
Das Ginkgoholz ist hellgelblich und hat nur selten eine bräunliche Kernfärbung. Die Holzstruktur ist gerade- und dichtfasrig, die Textur sehr fein und gleichmässig. Farbe: Brauntöne, Gelbtöne, Weisstöne
Geruch: neutral

Beständigkeit: Das Holz ist recht witterungsbeständig und schädlingsresistent. Biologische Schadensfaktoren:
Ginkgoholz besitzt eine aussergewöhnliche Immunität gegen Schädlinge. Frostbeständigkeit: beständig
Laugenbeständigkeit: unbeständig
Säurenbeständigkeit: unbeständig
Temperaturbeständigkeit: unbeständig


Bearbeitung Lieferformen:
Ginkgoholz wird nur in geringen Mengen im Handel angeboten. Fügen und Verbinden: kleben, nageln, schrauben
Oberflächenbearbeitung: polieren
Oberflächenbehandlung: lackieren
Trennen und Subtrahieren: bohren, drehen, hobeln, sägen

Anwendung Anwendungsgebiete:
Konstruktionsbau, Verpackungsindustrie, Kunstschnitzerei Anwendungsbeispiele:
Furnier- und Spezialholz, Verkleidungen, Vertäfelungen, Blindholz, Verpackungsmaterial, Kisten und Trockenfässer, Skulpturen, Schachbretter, Gebetstafeln, Schneidebretter Besonderheiten:
Aus dem Holz des weiblichen Baumes wird Papier hergestellt. Sammlungen

Muster in folgenden Sammlungen: ETH Zürich Baubibliothek, Gewerbemuseum Winterthur, HSLU T+A Campus Horw, Sitterwerk St. Gallen, ZHdK Medien- und Informationszentrum
Standort in der Sammlung: ETH Zürich Baubibliothek:
HO-GI | Holzarten > Ginkgopflanzen Gewerbemuseum Winterthur:
Massivholz > Schublade 80 Quellennachweis Verwendete Quellen:
Beck Hough, R. (2007). The Woodbook. Köln, Deutschland: Taschen GmbH.
Guggenbühl, P. (2002). Unsere einheimischen Nutzhölzer. Dietikon, Schweiz: Verlag Stocker Schmid AG.
Schafflützel, H. (1982). Nutzhölzer. Zürich, Schweiz: Verlag Verband Schweizerischer Schreinermeister und Möbelfabrikanten, Zürich.
Schweingruber, F. H., & Schoch, W. H. (1992). Holz, Jahrringe und Weltgeschehen. Dietikon, Schweiz: Baufachverlag.
Sell, J. (1997). Eigenschaften und Kenngrössen von Holzarten. Dietikon, Schweiz: Baufachverlag AG.
Wagenführ, R. (2007). Holzatlas. München, Deutschland: Carl Hanser Verlag.
Walker, A. (2007). Atlas der Holzarten. Stuttgart, Deutschland: Eugen Ulmer KG.
Europa-Fachbuchreihe (2007). Holztechnik (Europa-Nr.: 40117). Haan-Gruiten: Verlag Europa-Lehrmittel. Weitere Quellen:
www.schreiner-seiten.de/holzarten/index.htm
www.holzlexikon.de/frame.htm.
www.holzerkennung.at
www.proholz.at
www.baum-des-jahres.de/bdjt.html
www.baumkunde.de Expertin / Experte:
Serge Lunin Material-Archiv-Signatur:
HOL_LAU_AUS_16 Text verfasst von:
ZHdK 2013 Bilder

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