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Buchsbaum

Buchsbaum
Materialgruppen:
Holz > Laubhölzer > Europäische Laubhölzer Materialbeschrieb Der Buchsbaum (Buxus sempervirens L.) bildet eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Buchsbaumgewächse (Buxaceae) und gehört zu den immergrünen Laubbäumen. Der Buchsbaum (Buxus sempervirens L.) gedeiht in den milden Klimazonen Europas. Der langsam wachsende Baum oder Strauch erreicht eine Höhe von 6–9 m bei einem Stammdurchmesser von bis zu 30 cm. Buchsbaumhecken können bis zu 500 Jahre alt werden. Buchsbaumholz ist die schwerste und härteste einheimische Holzart. Buchsbaumholz ist gleichmässig, dicht, hart, elastisch und dauerhaft. Das schöne, blumig gefladerte Holz hat einen auffallenden Geruch. Es ist sehr druck- und schlagfest und von hoher Biegesteifigkeit. Es sollte langsam getrocknet werden, da es stark schwindet und zu Oberflächenrissen neigt. Es ist nicht witterungsfest. Die mechanische Bearbeitung von Buchsholz ist etwas erschwert. Es ist ein ausgezeichnetes Drechslerholz und eignet sich gut zum Dampfbiegen. Die Oberflächenbehandlung ist unproblematisch. Buchsholz lässt sich schwer spalten und leistet den Werkzeugschneiden hohen Widerstand. Deshalb sollten diese sehr scharf sein, um die Verkohlung des Holzes zu vermeiden.
Beim Schleifen empfiehlt sich das Tragen einer Staubmaske. Buchsholz ist seiner feinen, glatten Struktur wegen ein gefragtes Drechslerholz und wird zum Schnitzen und Bildhauern gleichermassen genutzt. Im Instrumentenbau wird das Holz u. a. im Orgelbau und für Blasinstrumente verwendet. Es kommt aber auch für Messwerkzeuge, Webschiffchen, Schachfiguren, Einlegearbeiten und bei der Reproduktion von antiken Möbeln zum Einsatz. Im Speziellen liefert die Wurzelmaser das Material für Pfeifenköpfe. Andere Bezeichnungen/Synonyme:
Echter Buchsbaum Lateinische Bezeichnung:
Buxus sempervirens L. Französische Bezeichnung:
Buis Englische Bezeichnung:
European boxwood Unterarten:
Es gibt etwa 30 verschiedene strauch- und baumförmige Buxus|Arten.
Im Handel sind 3 Qualitätssorten des Buchsbaums zu unterscheiden: der türkische (Echter Buchsbaum), der südafrikanische (Kynsna Boxwood) und der westindische (Zapatero).
Weitere Arten: Balearischer, Chinesischer, Japanischer und Afrikanischer Buchsbaum; Maracai-Buchs, San-Domingo-Buchs, Westindischer Buchs, Siam Buchs, Cape Bouxewood
- Schmalblättriger Buchsbaum (Buxus sempervierens angustifolia)
- Buntblättriger Buchsbaum (Buxus sempervirens argenteo-variegata)
- Zwergbuchsbaum (Buxus sempervirens «Blauer Heinz»)
- Gelbrandiger Buchsbaum (Buxus sempervirens marginata)
- Hängebuchsbaum (Buxus sempervirens pendula)
- Säulenbuchsbaum (Buxus sempervirens pyramidalis)
- Rundblättriger Buchsbaum (Buxus sempervirens rotundifolia) Hintergrund Ökonomie:
Das langsame Wachstum des Baumes ist ausschlaggebend für die hohen Preise im Handel. Das sehr teure und rare Buchsbaumholz gehört zu den Handelshölzern mit der feinsten Struktur. Soziologie:
In der Gartenarchitektur spielte der Buchsbaum schon im alten Griechenland und Rom eine bedeutende Rolle. Zur Zeit der Renaissance wurden Buchsbäume vor allem in italienischen und französischen Schlossgärten zu einem wichtigen Gestaltungselement. Ökologie:
Der Buchsbaum ist in allen Teilen giftig. Abgewandelt wird seine Substanz in der Homöopathie verwendet. Mythologie:
Altrömische Uberlieferunen besagen, dass aus dem Buchsbaumholz, Kästchen und Behältnisse gefertigt wurden.
Als Symbol für ein langes Leben steht der Buchsbaum in China.
Am Palmsonntag werden bei den Katholiken die Kreuze manchenorts mit Buchsbaumzweigen geschmückt. Herstellung Gewinnung:
Der Buchsbaum ist in Europa von Norwegen bis zum Mittelmeer heimisch und von Nordafrika, Asien bis nach Japan verbreitet. In Kleinasien und im Kaukasus ist er waldbildend.
In Europa findet er sich oft in verschiedenen Zuchtvarianten.
In der Schweiz wächst er im Jura, gedeiht aber nördlich der Alpen nur selten. Der ursprünglich als Waldpflanze gedeihende Buchsbaum bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Er wächst auf lehmigen, alkalischen Böden, erträgt aber auch schwach saure bis stark alkalische Böden, wenn diese nährstoffreich und durchlässig sind. Auch an kargen und steinigen Standorten ist er zu finden. Eigenschaften Gefüge/Mikrostruktur:
zerstreutporig, Gefässe und Holzstrahlen sehr klein, Fasern dickwandig, gleichmässige Struktur Besonderheiten:
Buchsbaumholz ist ein ausgezeichnetes Drechslerholz. Erscheinung: Aussehen:
Der Buchsbaum hat eine sehr dichte, feine und ebenmässige Holzstruktur. Das Holz ist blass orangegelb (bei kleinen Bäumen europäischer Provenienz) mit meist unregelmässigem Faserverlauf. Der sehr schmale Splint ist nur im frischen Holz zu erkennen. Die Zuwachszonen sind schmal und deutlich, in dunklen Spätholzschichten schwach geflammt oder moiriert. Auffallend sind die leicht welligen Jahrringe. Farbe: Orangetöne, Rottöne
Geruch: faulig
Haptik: glatt

Beständigkeit: Biologische Schadensfaktoren:
anfällig für Pilzbefall (Cylindrocladium) Mechanische Eigenschaften:

Dichte [ρ]: 900.00 bis 1 030.00 kg/m3

Optische Eigenschaften: Holzfehler:
Krümmung, Unrundheit, Verfärbungen, Bläue, Risse Bearbeitung Lieferformen:
In geringen Mengen als Rundholz ab 90 cm Länge und 5 cm Durchmesser (max. 25 cm), auf Gewichtsbasis auch als Sägefurnier; Holz sehr rar Fügen und Verbinden: kleben, nageln, schrauben
beim Nageln vorbohren Oberflächenbearbeitung: beizen, polieren, schleifen
Oberflächenbehandlung: beizen, lackieren, ölen, polieren, wachsen
Trennen und Subtrahieren: bohren, drechseln, drehen, hobeln, sägen
bohren, hobeln Arbeitsschutz:
Der Holzstaub kann allergische Reaktionen und Asthma auslösen. Anwendung Anwendungsgebiete:
Sperrholzindustrie, Möbelindustrie, Innenausbau, Drechslerei (für Intarsien- und Luxusgegenstände), Schreiberei, Antikschreinerei, Bildhauerei, Instrumentenbau,

Naturheilmittelindustrie Anwendungsbeispiele:
Sperrholz, Furniere, Sägefurniere; aus Maserholz Pfeifenköpfe; kleine Gegenstände mit hoher Festigkeit und glatter Oberfläche, technische und wissenschaftliche Geräte, Maschinen- und Musikinstrumententeile (Zupf-, Streich-, Holzblasinstrumente), Druckstöcke, Druckwalzen, Messstäbe, Spulen, Webschiffchen; verschiedene Drechlserarbeiten, Korkenzieher, Werkzeuggriffe, Schachfiguren, Holzkämme; Naturheilmittel (homöopathische Mittel) Besonderheiten:
Buchsbaumholz ist extrem hart. Sammlungen

Muster in folgenden Sammlungen: ETH Zürich Baubibliothek, Gewerbemuseum Winterthur, Sitterwerk St. Gallen, ZHdK Medien- und Informationszentrum
Standort in der Sammlung: ETH Zürich Baubibliothek:
HO-LA-BB Gewerbemuseum Winterthur:
Massivholz > Schublade 14 Quellennachweis Verwendete Quellen:
Guggenbühl, P. (2002). Unsere einheimischen Nutzhölzer. Dietikon, Schweiz: Verlag Stocker Schmid AG.
Nutsch, W. (1997). Holztechnik. Fachkunde (16. Auflage). Haan-Gruiten, Deutschland: Verlag Europa-Lehrmittel.
Schafflützel, H. (1982). Nutzhölzer. Zürich, Schweiz: Verlag Verband Schweizerischer Schreinermeister und Möbelfabrikanten, Zürich.
Sell, J. (1997). Eigenschaften und Kenngrössen von Holzarten. Dietikon, Schweiz: Baufachverlag AG.
Wagenführ, R. (2007). Holzatlas. München, Deutschland: Carl Hanser Verlag.
Walker, A. (2007). Atlas der Holzarten. Stuttgart, Deutschland: Eugen Ulmer KG. Weitere Quellen:
www.schreiner-seiten.de/holzarten/index.htm
www.holzlexikon.de/frame.htm.
www.holzerkennung.at
www.proholz.at Expertin / Experte:
Serge Lunin Material-Archiv-Signatur:
HOL_LAU_EUR_7 Bilder

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