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Spanholzformteile

Spanholzformteile
Materialgruppen:
Holz > Holzwerkstoffe > Holzspanwerkstoffe Materialbeschrieb Spanholzformteile bestehen aus Holzspänen und Kunstharzbindemitteln, die unter Einwirkung von Druck und Wärme zu zwei- und dreidimensionalen Erzeugnissen verformt werden. Aus einer Mischung feiner Holzspäne und Kunstharz entstehen dreidimensionale Formteile. Dazu werden Späne und Bindemittel zu einem Brei gemischt und in Pressformen unter Einwirkung von Wärme stark verdichtet. Die Formteile werden wie im Spritzgussverfahren hergestellt. Je nach Verwendung im Trocken- oder Feuchtbereich findet ein anderes Bindemittel Verwendung. Die Oberflächen von Spanholzformteilen werden je nach Anwendungsgebiet mit Kunststoffschichten oder Furnieren belegt. Versuche, von Hand Spanholzformteile herzustellen, wurden bereits um 1950 unternommen. Spanholzformteile sind mass- und formbeständig. Spanformteile sind brennbar, aber widerstandsfähiger gegen Feuer als Weichholz. Spanholzformteile lassen sich mit den üblichen Holzbearbeitungswerkzeugen und -maschinen bearbeiten. Für die Bearbeitung sollten hartmetallbestückte Werkzeuge verwendet werden, da die Werkzeugschneiden durch die Klebstoffharze schnell abstumpfen. Als Verbindungsstücke dienen Formfedern, Dübel, Schrauben oder Nägel. Die Oberflächen können lackiert, furniert oder mit Kunststoff beschichtet werden. Spanholzformteile kommen im Möbel-, Geräte- und Fahrzeugbau zum Einsatz. Es werden damit Innenverkleidungen von Fahrzeugen, Gehäuse für Haushalts- und Hifi-Anlagen, Handläufe, Särge, Koffergehäuse, Gemüsekisten, Paletten und Werbeträgertafeln hergestellt. Im Innenausbau finden Spanholzformteile als Fensterbänke, Wand- und Deckenelemente und im Möbelbau als Tischplatten Verwendung. Andere Bezeichnungen/Synonyme:
Formspanholz, Spanholzformteile Hintergrund Ökologie:
Die benötigte Herstellungsenergie für Spanholzfromteile ist gross. Nach Möglichkeit sind Produkte aus nachhaltiger Waldwirtschaft zu berücksichtigen. Der Klebstoffanteil in Spanholzformteilen ist sehr hoch, deshalb müssen diese fachgerecht entsorgt werden. Zum Schutz der Umwelt ist es verboten, Spanholzformteile in Cheminées, in Holzfeuerungen oder im Freien zu verbrennen. Die entstehenden Schadstoffe belasten Luft und Boden und beschädigen zugleich den Ofen. Herstellung Fertigung:
Für die Herstellung von Spanholzformteilen werden Abfallholz und preisgünstige Holzarten in Zerspannern zu feinen Spänen zerkleinert. Die Späne werden anschliessend getrocknet und sortiert. Mit einem Melamin-Harnstoff- oder einem Melamin-Harnstoff-Phenol-Gemisch werden die Späne eingesprüht. Die breiige Masse wird in dreidimensionale Formen eingebracht und unter Einwirkung von Wärme verdichtet. Je nach Verwendungszweck wird die Oberflächenbeschichtung in der Form mitverpresst. Als Rohstoffe werden Kiefer, Fichte, Tanne, Buche, Pappel und Erle verarbeitet. Je nach Anwendungszweck lassen sich Sägereiabfälle wie Schwarten, Spreisel, Sägemehl und Hobelspäne verarbeiten. Die Oberflächen können mit Furnieren, Kunststoffschichten, Textilien oder Metallfolien beschichtet werden. Eigenschaften Mechanische Eigenschaften:

Dichte [ρ]: 480.00 bis 750.00 kg/m3


Bearbeitung

Formen und Generieren: pressen, spritzgiessen
Fügen und Verbinden: kleben, schrauben
Oberflächenbearbeitung: laserbeschriften, schleifen
Oberflächenbehandlung: bedrucken, folieren, folienbeschichten, lackieren
streichen
furnieren Trennen und Subtrahieren: bohren, drehen, fräsen, sägen
Arbeitsschutz:
Bei der Verarbeitung in Innenräumen ist eine Staubschutzmaske notwendig. Anwendung Anwendungsgebiete:
Innenausbau, Fahrzeugausbau, Gerätebau Anwendungsbeispiele:
Fensterbänke, Tischplatten, Verbretterungen, Wand- und Deckenelemente, Handläufe; Paletten, Werbeträgertafeln; Särge, Koffergehäuse, Gemüsekisten Sammlungen

Muster in folgenden Sammlungen: ETH Zürich Baubibliothek, Gewerbemuseum Winterthur, HSLU T+A Campus Horw, Sitterwerk St. Gallen, ZHAW Winterthur Halle 180, ZHdK Medien- und Informationszentrum
Standort in der Sammlung: ETH Zürich Baubibliothek:
HW-SP | Holzwerkstoffe auf Spanbasis Gewerbemuseum Winterthur:
Holzwerkstoffe > Schublade 23 HSLU T+A Campus Horw:
Regalfach X (weitere Muster) ZHAW Winterthur Halle 180:
BauStoffArchiv Quellennachweis Verwendete Quellen:
Europa-Fachbuchreihe (2007). Holztechnik (Europa-Nr.: 40117). Haan-Gruiten: Verlag Europa-Lehrmittel.
Kalweit, A., Paul, C., Peters, S., & Wallbaum, R. (Hrsg.) (2006). Handbuch für Technisches Produktdesign. Berlin/Heidelberg, Deutschland: Springer.
Autorengemeinschaft des Bildungsnetzes Schweizer Schreiner (2004). Schreiner-Fachkunde A. Dietikon, Schweiz: bin Eigenverlag. Weitere Quellen:
Reimer, Jörg (2007). Plattenförmige Holzwerkstoffe. Reinach, Schweiz: Holzwerkstoffe Schweiz, Fachverband des Holzhandels.
Mühlethaler, B., & Haas, S. (2004). Natürlich Wohnen und Bauen. Zürich: Beobachter Buchverlag.
Wirtschaftskammern Österreich, portal.wko.at/wk/dok_detail_file.wk?AngID=1&DocID=316031&StID=165682 (Stand 08.07.2008) Expertin / Experte:
Serge Lunin Material-Archiv-Signatur:
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