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Ethylen-Propylen-Kautschuk, Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk

Ethylen-Propylen-Kautschuk, Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk
Materialgruppen:
Kunststoff > Elastomere Strukturformel :
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Materialbeschrieb Ethylen-Propylen-Kautschuk und Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk sind gut witterungsbeständige synthetische Kautschuke. Ethylen-Propylen-Kautschuk (EPM) ist ein Polymerisat aus Ethylen und Propylen. Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk (EPDM) ist ein Terpolymer mit einer Dien-Komponente. EPM und EPDM sind gut witterungs-, UV- und ozonbeständig. Zudem weisen sie eine gute Hitze- und Dampfbeständigkeit auf. Um wirtschaftlich vertretbare mechanische Eigenschaften zu erhalten, müssen EPM und EPDM mit verstärkenden Füllstoffen versehen werden. Die Reissfestigkeit nimmt mit steigendem Ethylengehalt zu. Der Weiterreisswiderstand ist bei teilkristallinen Typen besser als bei amorphen. EPM und EPDM zeichnen sich durch eine gute Quellbeständigkeit in Heisswasser, Dampf, Säuren und Basen aus, dagegen sind sie stark quellend in Mineralölen, Fetten und Benzin. EPM enthält keine Doppelbindungen und lässt sich daher nicht mit Schwefel-Beschleuniger-Systemen, sondern nur mit Hilfe von Peroxiden vernetzen. EPDM lässt sich mit beiden vulkanisieren. Um die Füllstoffe besser zu verteilen und zur leichteren Verarbeitung werden Verarbeitungshilfsmittel wie Zinkseifen oder Stearinsäure eingesetzt. Bei EPDM ist die Mitverwendung von Harzen erforderlich. Da EPM und EPDM eine sehr gute Ozon-, Alterungs- und Witterungsbeständigkeit aufweisen, sind sie für die Herstellung von der Witterung ausgesetzten Dichtleisten und Profilstreifen sehr gut geeignet. Aber auch in anderen Bereichen wird der Kautschuk für Formteile und Dichtelemente verwendet. Abkürzung:
EPM, EPDM Handelsnamen:
Nordel, Dutral, Buna EP, Vistalon Hintergrund Geschichte:
EPM und EPDM werden seit 1963 industriell hergestellt. Herstellung Fertigung:
EPM ist ein Polymerisat aus Ethylen und Propylen. EPDM ist ein Terpolymer. Als Dien-Komponente werden Hexadien (HD), Dicyclopentadien (DCPD) oder Ethylidennorbornen (ENB) verwendet. Die Art und Menge der eingesetzten Komponenten verändern die mechanischen Eigenschaften und das Vulkanisationsverhalten. Eigenschaften Zusammensetzung/Analyse:
Die technisch wichtigen EPM-Typen enthalten 40–80% Ethylen. Gefüge/Mikrostruktur:
amorph bis teilkristallin Mechanische Eigenschaften:

Bruchdehnung [εB]: 150.00 bis 800.00 %
Dichte [ρ]: 1 000.00 bis 1 500.00 kg/m3
Elastizitätsmodul: 0.300 bis 30.00 N/mm2
Zugfestigkeit [ft]: 7.00 bis 20.00 N/mm2

Thermische Eigenschaften:

Dauergebrauchstemperatur: -50.00 bis 120.00 °C
Wärmeleitfähigkeit/-zahl [λ]: 0.100 bis 0.300 W/mK


Bearbeitung Lieferformen:
Granulat, Ballen Formen und Generieren: extrudieren, kalandrieren, pressen, spritzgiessen, streichen, vulkanisieren
Fügen und Verbinden: kleben
Trennen und Subtrahieren: schneiden

Anwendung Anwendungsgebiete:
Fahrzeugbau, Bauwesen, Alltagsprodukte, Elektrotechnik Anwendungsbeispiele:
Dichtungen für Fenster und Türen, Schläuche für Waschmaschinen, Spülmaschinen und Wasserarmaturen, Kabelisolationen, Kabelummantelungen Sammlungen

Muster in folgenden Sammlungen: ETH Zürich Baubibliothek, Gewerbemuseum Winterthur, HSLU T+A Campus Horw
Standort in der Sammlung: ETH Zürich Baubibliothek:
Kunststoffe > Elastomere > Ehylen-Propylen-Dien-Kautschuk Gewerbemuseum Winterthur:
Kunststoff > Schublade 23 Quellennachweis Verwendete Quellen:
Schwarz, O. & Ebeling, F.-W. (Ed.). (2002). Kunststoffkunde. Aufbau, Eigenschaften, Verarbeitung, Anwendungen der Thermoplaste, Duroplaste und Elastomere. Würzburg: Vogel.
Elsner, P., P. Eyerer & T. Hirth (Ed.). (2008). Kunststoffe Eigenschaften und Anwendung. Berlin, Heidelberg: Springer. Material-Archiv-Signatur:
KUN_ELA_8 Text verfasst von:
Gewerbemuseum, BJ, 2008 Bilder

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