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Modalfasern

Modalfasern
Materialgruppen:
Kunststoff Materialbeschrieb Modalfasern sind modifizierte [[Viskosefasern|Viskosefasern]]. Die Modalfasern werden aus [[Zellulose|Zellulose]] hergestellt und deshalb oft auch als [[Glossar:Zellulosefasern|Zellulosefasern]] bezeichnet. Innerhalb der Chemiefasern gibt es eine ganze Gruppe von Zellulosefasern. Modalfasern sind darin nach den Viskosefasern die wichtigsten. Modalfasern werden in zwei Gruppen (HWM- und Polynosic-Typen) eingeteilt, die teilweise über unterschiedliche Eigenschaften verfügen. Generell besitzen die Modalfasern jedoch ähnliche Eigenschaften wie Baumwolle, übertreffen diese sogar in mancher Hinsicht. So nehmen sie z. B. Feuchtigkeit schneller auf und haben auch nach dem Waschen einen weichen Griff. Im Vergleich zu den Viskosefasern nehmen Modalfasern gleich viel Feuchtigkeit auf, quellen aber wegen der veränderten Struktur weniger stark. Sie besitzen eine höhere Reissfestigkeit als die Viskosefasern, vor allem in nassem Zustand sind sie deutlich reissfester. Die Fasern lassen sich gut färben und weisen eine schöne Farbwiedergabe auf. Textilien aus Modalfasern können glänzend oder matt sein und besitzen eine gute Formstabilität. Die Fasern sind leicht zu veredeln und in Mischung mit Baumwolle [[Glossar:Mercerisieren|mercerisierbar]]. Textilien aus Modalfasern werden bei 30-60 °C gewaschen. Sie können teilweise im Wäschetrockner getrocknet und sollten auf Stufe 2 gebügelt werden. Modalfasern werden fast ausschliesslich als Spinnfasern verarbeitet. Sie werden rein oder mit Baumwolle, Seide, Leinen-, Polyester-, Polyacryl- oder Polyamidfasern gemischt verwendet. Generell werden sie für Stoffe verwendet, die leicht und luftig fallen sollen. Für Futterstoffe sind sie besonders geeignet, da sie sich nicht elektrostatisch aufladen und stark glänzend sein können. Abkürzung:
CMD Handelsnamen:
Colvera, Zantrel, Zaryl, Koplon, Scaidyne, Phyron, Danulon Englische Bezeichnung:
modal fibers Hintergrund Geschichte:
Die Vorläufer der Modalfasern waren die sogenannten hochnassfesten Viskosefasern. Ökologie:
Modalfasern werden aus Zellulose gewonnen und bestehen am Ende des Herstellungsprozesses wiederum nur aus Zellulose. Bei der Herstellung jedoch werden unterschiedliche Chemikalien verwendet. Die Fasern gehören deshalb in die Gruppe der Chemiefasern. Herstellung Ausgangsmaterial:
Im Vergleich zu den Viskosefasern wird bei den Modalfasern ein besseres Ausgangsmaterial, die sogenannte Edelzellulose, verwendet. Fertigung:
Modalfasern werden wie die Viskosefasern hergestellt. Dabei wird die Edelzellulose über mehrere Verfahren in Viskose umgewandelt. Diese zähflüssige, honigartige Masse wird nach dem Filtern und Nachreifen durch die Spinndüsen gepresst und erstarrt (koaguliert) in einem Spinnbad aus verdünnter Schwefelsäure ([[Glossar:Nassspinnverfahren|Nassspinnverfahren]]). Dieses Bad und mehrmaliges Waschen neutralisieren die Fasern und entfernen die restlichen Salz- und Säurerückstände, die sich durch das Umwandeln in Viskose angesammelt haben. Neben der veränderten Viskosezusammensetzung (Edelzellstoff) und Modifizierzusätzen sind bei der Herstellung von Modalfasern die Schwefelsäurekonzentration sowie die Temperatur des Spinnbades und die Spinngeschwindigkeit niedriger. Zudem ist die anschliessende Verstreckung stärker und erfolgt stufenweise. Eigenschaften Kennwerte beziehen sich auf:
Fasern Mechanische Eigenschaften:

Feuchtigkeitsaufnahme: 11.00 bis 14.00 %


Bearbeitung Lieferformen:
Spinnfasern, Mikrofasern Anwendung Anwendungsgebiete:
Innendekoration, Textilindustrie Anwendungsbeispiele:
Hemdenstoffe, Blusenstoffe, Unterwäsche, Kleiderstoffe, Futterstoffe, Dekorationsstoffe, Bettwäsche Sammlungen

Muster in folgenden Sammlungen: Gewerbemuseum Winterthur
Standort in der Sammlung: Gewerbemuseum Winterthur:
Kunststoff > Schublade 92 Bezugsquelle Bezugsquelle Sammlungsmuster:
Lenzing Aktiengesellschaft, Lenzing / A Quellennachweis Verwendete Quellen:
Knapheide, H. (2012, 3. Aufl.). Materialkunde für die Innendekoration. Muri/Bern: Cosmos-Verlag.
Koslowski, H. J. (2008). Chemiefaserlexikon: Begriffe, Zahlen, Handelsnamen. Frankfurt am Main: Deutscher Fachverlag GmbH.
Meyer zur Capellen, T. (2001). Lexikon der Gewebe. Frankfurt am Main: Deutscher Fachverlag GmbH.
Völker, U. & Brückner, K. (2001). Von der Faser zum Stoff. Hamburg: Dr. Felix Büchner Handwerk und Technik. Material-Archiv-Signatur:
KUN_12 Text verfasst von:
Gewerbemuseum, JB, 2014

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