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Japanwachs

Japanwachs
Materialgruppen:
Wachs > Pflanzenwachse Materialbeschrieb Japanwachs ist ein Pflanzenwachs aus den Früchten des Lackbaumes (Rhus verniciflua) oder des Talgsumachs (Rhus succedanea). Aufgrund seiner wachsartigen Beschaffenheit wird das Material den Wachsen zugeordnet, ist aus chemischer Sicht jedoch ein Fett und wird auch als Japantalg bezeichnet. Weiter wird Japanwachs, nach der Familenzugehörigkeit seiner Herkunftspflanze, als Sumachwachs benannt. Das rohe Wachs hat einen leicht ranzigen Geruch und ist gelbgrünlich. In raffinierter From ist Japanwachs duftdezent und von weissgelber Farbe. Japanwachs ist in seiner Handhabung sehr angenehm und gut formbar. Japanwachs wird in der Textil- und Lederindustrie zum Imprägnieren, Glätten und als Appretur eingesetzt. Weiter findet es in der Kosmetikindustrie als Zusatz von Salben Verwendung. Als Ersatzstoff für Bienenwachs kann Japanwachs auch in Kerzen und Wachspolituren enthalten sein. Andere Bezeichnungen/Synonyme:
Sumachwachs, Japantalg Handelsnamen:
Chikusan, Kitagumi, Shimizu CAS-Nummer:
8001-39-6 Lateinische Bezeichnung:
rhus succedanea cera, cera japonica Italienische Bezeichnung:
cera di Giappone Französische Bezeichnung:
cire de Japon Englische Bezeichnung:
japan wax, japan tallow, sumach wax Ähnliche Materialien:
Ocubawachs Hintergrund Geschichte:
Das Japanwachs wurde vermutlich als Nebenprodukt des Japanlacks entdeckt. Die kostbaren Lackarbeiten entstanden aus dem Saft des japanischen Lackbaumes (Rhus verniciflua) und dessen Früchte dienten daneben der Wachsgewinnung. Mit der steigenden Nachfrage nach dem Wachs, wurde zunehmend der Talgsumach (Ruhs succedanea) kultiviert, der Früchte mit einem höheren Wachsgehalt trägt. Wie andere Pflanzenwachse wurde das Japanwachs in Europa erst im 19. Jh. bekannt und wurde um 1830 von Nordamerika aus in den Handel gebracht. Ökonomie:
Japanwach ist ein seltener Rohstoff. Aufgrund der geringen Verfügbarkeit und der hohen Kosten wird es derzeit kaum noch verwendet. Ökologie:
Die Kultivierung des japanischen Wachsbaumes ist durch Umweltzerstörung und Landerschliessung zunehmend gefährdet. Herstellung Herkunft, geografische Region:
Japan, China, Indien, Nepal Entstehung:
Japanwachs entsteht aus den erbsengrossen Früchten des Lackbaumes (Rhus verniciflua) und des Talgsumachs (Rhus succedanea). Gewinnung:
Traditionell wird Japanwachs mit einem Pressverfahren aus den Steinfrüchten und dem Fruchtfleisch gewonnen sowie heute zudem mit Hilfe von organischen Lösungsmitteln extrahiert. Fertigung:
Der gewonnene Talg enthält jeweils einen Ölanteil, der durch Zentrifugieren oder eine weitere Lösungsmittelextraktion separiert wird. Eine Bleichung des entölten, grünlichgelben Rohwachses kann durch Sonnenlicht oder durch die Beigabe von Aktivkohle erfolgen. Eigenschaften Zusammensetzung/Analyse:
Hauptbestandteil des Japanwachses sind Glyceride. Palmitinsäureglycerinester, Palmitinsäure (77%), Japansäure, Stearinsäure, Ölsäure (12%), Archinsäure, Spuren von ätherischem Öl Alterungsverhalten:
Japanwachs bildet an der Oberfläche bei längerer Lagerung weissliche Ausblühungen und neigt zum Nachdunkeln. Erscheinung: Aussehen:
Japanwachs hat einen opaken Alabasterglanz und einen splittrigen Bruch. Farbe: Gelbtöne, Grüntöne, Weisstöne
Japanwachs riecht charakteristischerweise leicht ranzig. In raffinierter Form ist es duftdezenter. Haptik: wachsartig

Beständigkeit:

Lösungsmittelbeständigkeit: bedingt beständig
Japanwachs ist löslich in Benzol, Ether, Naphtha, heissen alkoholischen Alkalien und Schwefelkohlenstoff, in Wasser und Ethanol dagegen unlöslich. Mechanische Eigenschaften:

Dichte [ρ]: 970.00 bis 980.00 kg/m3
Dieser Wert gilt bei 20° C Thermische Eigenschaften:

Schmelzpunkt/-bereich [T_SM]: 52.00 bis 54.00 °C
Tropfpunkt: 56.00 bis 60.00 °C

Chemische Eigenschaften:

Säurezahl: 22.00 bis 23.00 mg KOH/g
Verseifungszahl: 217.00 bis 237.00 mg KOH/g

Verträglichkeit: Bioverträglichkeit:
Die frischen Blätter des Talgsumachs enthalten allergen wirkende Substanzen, die heftige Dermatitis auslösen können. Diese sind jedoch in den Früchten, aus denen das Wachs gewonnen wird nicht vorhanden. Quellen der Kennwerte: Krist, S. (2008). Lexikon der pflanzlichen Fette und Öle. Wien: Springer Verlag GmbH.
Roth, L., & Kormann, K. (2000). Ölpflanzen Pflanzenöle. Landsberg: ecomed verlagsgesellschaft AG & Co. KG.
Verschiedene Produktedatenblätter Bearbeitung Lieferformen:
Tafeln Formen und Generieren: drücken, giessen, schmelzen
Fügen und Verbinden: löten
Oberflächenbearbeitung: polieren, prägen
Oberflächenbehandlung: bemalen, bleichen, polieren
Trennen und Subtrahieren: schneiden, schnitzen, spalten
Lagerung und Aufbewahrung:
Japanwachs ist trocken, kühl und frostfrei zu lagern sowie vor direkter Sonneneinstrahlung und Staub zu schützen. Da es nicht hygroskopisch reagiert, muss keine bestimmte relative Luftfeuchtigkeit eingehalten werden. Ein zu hoher Feuchtigkeitsgehalt der Luft kann jedoch den Befall von Mikroorganismen begünstigen. Anwendung Anwendungsgebiete:
Textilindustrie, Kosmetikindustrie, Alltagsprodukte Anwendungsbeispiele:
Zusatz in Lippen-und Pflegestiften, Haut-und Haarpflegeprodukten, kosmetischen und medizinischen Salben Besonderheiten:
Im traditonellen japanischen Kampfsport Sumo festigen die Ringer ihren Haarknoten mit Japanwachs. Sammlungen

Muster in folgenden Sammlungen: Gewerbemuseum Winterthur, Sitterwerk St. Gallen
Standort in der Sammlung: Gewerbemuseum Winterthur:
Wachs > Schublade 7 Quellennachweis Verwendete Quellen:
Büll, R. (1959-1977). Das grosse Buch vom Wachs. Frankfurt a. M.: Farbwerke Hoechst AG.
Ivanovsky, L. (1954). Wachs-Enzyklopädie. Band 1. Augsburg: Verlag für chemische Industrie H. Ziolkowsky K. G.
Krist, S. (2008). Lexikon der pflanzlichen Fette und Öle. Wien: Springer Verlag GmbH.
Lüdecke, C., & Ivanovsky, L. (1958). Taschenbuch für die Wachsindustrie. Stuttgart: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH.
Roth, L., & Kormann, K. (2000). Ölpflanzen Pflanzenöle. Landsberg: ecomed verlagsgesellschaft AG & Co. KG. Weitere Quellen:
C.E. Roeper GmbH, www.roeper.de (Stand 18.06.2013)
web.archive.org/web/20090422031505/www.japonismus24.com/epages/61869715.sf/de_DE/?ViewObjectID=10781707 (Stand 18.06.2013) Material-Archiv-Signatur:
WAC_PFL_1 Text verfasst von:
Sitterwerk, JL, 2014 Bilder

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