MATERIALARCHIV

Arenga

Arenga
Materialgruppen:
Pflanzliche Werkstoffe > Pflanzliche Fasern Materialbeschrieb Arenga (auch Gemuti genannt) bezeichnet Hartfasern, die aus den Blattscheiden bestimmter Zuckerpalmarten (z. B. Arenga pinnata oder Arenga saccharifera) gewonnen werden. Zuckerpalmen sind von Indien über Malaysia bis zu den Philippinen bis in Höhen von 1400 m zu finden. Die Fasern stammen hauptsächlich aus den Blattscheiden der Blätter, die in dichter Schichtung einen Bestandteil des Stammes bilden. Aus den Wurzeln der Palmen werden ebenfalls Fasern gewonnen. Da die Fasern dem Rosshaar gleichen, wurden sie einst auch als vegetabilisches Pferdehaar gehandelt. Arengafasern lassen sich nicht verspinnen. Arenga ist eine federnde Faser von dunkelbrauner bis blauschwarzer Farbe mit einer Länge von bis zu 1,2 m. Arengafasern sind beständig gegen Feuchtigkeit und Öl. Im Vergleich zu anderen pflanzlichen Hartfasern ist die Arengafaser relativ weich und fein, dabei aber zäh und elastisch. Im Unterschied zum äusserlich ähnlichen Rosshaar lädt sich Arenga nicht elektrostatisch auf. Arengafasern sind schwer entflammbar. Als Hartfasern können Arengafasern nicht versponnen werden, weshalb sie sich weder zu Garnen noch zu Geweben verarbeiten lassen. Aufgrund ihrer Feuchtigkeitsresistenz werden Arengafasern als Borsten in Bürsten und Besen für raue Untergründe eingesetzt. Weiterhin kommt Arenga für Fischernetze, Modeaccessoires wie Hüte oder Taschen sowie im Baubereich für Bewehrung (z. B. in der Dachdeckung) zum Einsatz. Andere Bezeichnungen/Synonyme:
Gemuti-Faser (Gomuta fibre, Gomuti obre), Eju (oder Ejoo), vegetabiles Rosshaar, crin végétale Herstellung Herkunft, geografische Region:
Südostasien Gewinnung:
Die Fasern werden nach dem Abschneiden der Blattscheiden vom Baum gereinigt, gekämmt und in Ballen verschifft. Eigenschaften Erscheinung:

Farbe: Blautöne, Brauntöne, Schwarztöne
Geruch: säuerlich, würzig
Haptik: hart, kalt

Mechanische Eigenschaften:

Härte nach Mohs: 2.00 bis 3.00 Mohs


Bearbeitung Lieferbare Materialqualitäten:
Arenga kann in unterschiedlichen Härtegraden bezogen werden, die sich zwischen weich und kräftig bewegen. Anwendung Anwendungsbeispiele:
Industrie-, Hof- und Saalbesen sowie Rohrreinigungsbürsten, Fischernetze, Bewehrung, Hüte Sammlungen

Muster in folgenden Sammlungen: Gewerbemuseum Winterthur, HSLU T+A Campus Horw, Sitterwerk St. Gallen, ZHdK Medien- und Informationszentrum
Standort in der Sammlung: Gewerbemuseum Winterthur:
Pflanzliche Werkstoffe > Schublade 5 HSLU T+A Campus Horw:
auf Assistenz D401 Quellennachweis Verwendete Quellen:
Schenek, A. (2000). Naturfaserlexikon. Frankfurt am Main, Deutschland: Deutscher Fachverlag GmbH. Material-Archiv-Signatur:
PFL_FAS_9 Bilder

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