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Okoumé

Okoumé
Materialgruppen:
Holz > Laubhölzer > Aussereuropäische Laubhölzer Materialbeschrieb Okoumé (Aucoumea klaineana Pierre) ist die einzige Art der monotypischen Gattung Aucoumea und gehört zur Familie der Balsambaumgewächse (Burseraceae). Okoumé stammt aus Westafrika und ist das wichtigste afrikanische Exportholz. Seine gleichmässige Struktur macht es zu einem hervorragenden Schälholz - es gilt sogar als das tropische Schälholz schlechthin. Die starke Nutzung hat bereits zu einem rückläufigen Bestand geführt und die Baumart gilt als gefährdet. Nun sollen im grossen Stil Plantagen angelegt werden. FSC-Okoumé ist erst vereinzelt verfügbar. Das Kernholz von Okoumé ist hellrosa und dunkelt unter Licht- und Lufteinfluss zu einem Rosabraun nach. Der Faserverlauf ist meist gerade, manchmal auch schwach unregelmässig wechseldrehwüchsig. Das Holz hat eine mittelfeine, ebenmässige Struktur und glänzt. Mit durchschnittlich 430 kg/m3 nach dem Trocknen handelt es sich bei Okoumé um ein leichtes und auch schwaches Holz. Es arbeitet mittelstark, ist gering biegesteif, mittel druckfest und sehr hoch verformbar. Okoumé ist weder haltbar noch fäulnisresistent. Okoumé trocknet recht schnell, ohne Schwierigkeiten und mit nur geringen Qualitätseinbussen. Es lässt sich sehr gut messern und schälen sowie von Hand und maschinell gut bearbeiten, auch wenn der Silikatgehalt zu einem raschem Abstumpfen der Werkzeugschneiden führt. Herkömmliche Verbindungen wie Nägel und Schrauben halten gut und das Holz lässt sich gut verleimen. Okoumé lässt sich nicht mit Holzschutzmitteln haltbar machen. Okoumé wird grösstenteils zu Furnieren geschält, die zu Sperrholz, Tischlerplatten und Stäbchenplatten für Türblätter, Möbel und Paneele verarbeitet werden. Massive Okoumé dient bei der Herstellung von Profilen und Leisten als Ersatzholz für Mahagoni. Okoumé gilt zudem als Spezialholz für Kisten, Zigarettenkisten und Koffer. Schliesslich werden ausgesuchte Stämme zu dekorativen Furnieren gemessert. Abkürzung:
OKU Andere Bezeichnungen/Synonyme:
Gabunholz Alternative Schreibweise(n):
Okume, Okoume Lateinische Bezeichnung:
Aucoumea klaineana Pierre Englische Bezeichnung:
Gaboon Gleiche Familie:
Zur Familie der Balsambaumgewächse (Burseraceae) gehören u. a. auch der Weihrauchbaum (Boswellia spp.) und der Weissgummibaum (Bursera simaruba Sarg.). Ähnliche Arten:
Ozigo (Dacryodes buettneri H. J. Lam.), Safukala (Dacryodes pubescens H. J. Lam.), Igaganga (Dacryodes igaganga Aubrév. & Pellegr.), Onzabili (Antracaryon klaineanum Pierre), Meranti, Lauan (Shorea spp.), Bintangor (Calophyllum spp.) Hintergrund Ökonomie:
1880 gelangte der erste Okoumé-Stamm nach Deutschland (Hamburg). Heute wird von dieser Baumart mehr Holz aus Afrika exportiert als von irgendeiner anderen. Aufgrund seiner gleichmässigen Struktur gilt Okoumé in Europa als hervorragendes Schälholz. Seit der Erfindung der Spanplatte und durch die Verwendung anderer Holzarten ist seine Bedeutung als das tropische Schälholz schlechthin etwas geringer geworden. Dennoch führt Europa auch heute noch regelmässig grosse Mengen ein. Die wichtigsten Lieferländer sind Gabun, Kongo und Äquatorialguinea. Der prozentuale Anteil von Okoumé an der Gesamtholzausfuhr erreicht in diesen Ländern etwa 20%. Soziologie:
Das Harz Elemi aus der Rinde der Okoumé-Bäume wird zur Herstellung von Heilsalben und Fackeln genutzt. Ökologie:
Die IUCN (International Union for the Conservation of Nature and Natural Resources) hat Okoumé 1998 als gefährdet (VU) eingestuft. Okoumé-Holz mit FSC-Zertifizierung (Forest Stewardship Council) ist vereinzelt verfügbar. Herstellung Herkunft, geografische Region:
Westafrika; Südkamerun, Äquatorialguinea und Kongo, vorwiegend aber Gabun Gewinnung:
Okoumé gedeiht in Regenwäldern, Galeriewäldern und halbimmergrünen Regenwäldern der Tropen. Oft tritt der Baum in fast reinen Beständen von 40 bis 50 Bäumen pro Hektar auf. Die küstennahen Bestände sind weitestgehend erschöpft, weshalb die Produktion ins Landesinnere verlagert werden muss. Gelegentlich wird Okoumé auch in Plantagen angebaut, weitere sind auch in grösserem Umfang geplant.
Okoumébäume werden 30-40 m hoch und erreichen einen Stammdurchmesser bis zu 1,8 m. Eigenschaften Gefüge/Mikrostruktur:
Poren mittelgross bis gross, zerstreut; unregelmässiger Wechseldrehwuchs; Zuwachszonen deutlich; fein-nadelrissig; schlicht Erscheinung: Aussehen:
Das Kernholz dunkelt zu einem Rosabraun nach. Der Faserverlauf ist meist gerade, manchmal auch wellig oder wechseldrehwüchsig, sodass im Radialschnitt ansprechende Streifen auftreten können. Das Holz hat eine mittelfeine, einheitliche und ebenmässige Struktur. Es glänzt von Natur aus. Farbe: Brauntöne, Rottöne
Splint hellgrau, bis 5 cm breit
Kern blassrosa, graurosa bis rötlichbraun Geruch: neutral

Beständigkeit: Biologische Schadensfaktoren:
Das Splintholz ist pilz- und insektenanfällig (Cerambycidae, Ipidae, Lyctidae), das Kernholz gegen Pilze und Insekten (selten Platypodidae, Lame) ziemlich resistent, aber nicht bohrmuschelfest. Sperrholz gilt als termiten- und insektenfest. Witterungsbeständigkeit: unbeständig
Das Kernholz ist nicht witterungsfest, aber unter Wasser ziemlich dauerhaft. Klasse 4 Mechanische Eigenschaften:

Biegezugfestigkeit: 50.00 bis 80.00 N/mm2
Brinellhärte längs: 25.00 bis 35.00 N/mm2
Brinellhärte quer: 12.00 N/mm2
Dichte [ρ]: 370.00 bis 560.00 kg/m3
Differentielles Schwindmass - radial: 0.140 %/1% Feuchteänderung
Differentielles Schwindmass - tangential: 0.220 %/1% Feuchteänderung
Dimensionsstabilität: gut bis sehr gut
Druckfestigkeit: 30.00 bis 66.00 N/mm2
Elastizitätsmodul: 7 000.00 bis 8 500.00 N/mm2
Rohdichte grün: 580.00 bis 630.00 kg/m3
Scherfestigkeit: 3.10 bis 8.40 N/mm2
Zugfestigkeit [ft]: 23.00 bis 125.00 N/mm2
Zugfestigkeit QR: 1.50 bis 2.10 N/mm2

Thermische Eigenschaften:

Wärmeleitfähigkeit/-zahl [λ]: 0.110 W/mK

Optische Eigenschaften: Holzfehler:
Krümmungen, Unrundheit, Kernverlagerungen, Beulen, Wilder Wuchs, Faserstauchungen, Faserbrüche, Brittleheart, Knospenstämmchen, Rippigkeit der Innenrinde, oxidative Verfärbungen, Risse, Bläue im Splintholz, Frassgänge Bearbeitung Lieferformen:
Rundholz, ausschliesslich mit Rinde: Blocklängen 6,0-12,0 m; Blockmittendurchmesser 0,5-1,5 m; Schnittholz; Furniere Besonderheiten:
Okoumé ist mit oder ohne Dämpfung schälbar. Die Schälfurnierdicke beträgt 0,6-2,2 mm, die Messerfurnierdicke 0,6-1,0 mm. Okoumé eignet sich nicht gut zum Dampfbiegen. Fügen und Verbinden: kleben, nageln, schrauben
Herkömmliche Holzverbindungen halten gut. Oberflächenbearbeitung: aufrauen, bürsten, gravieren, laserbeschriften, polieren, raspeln, sandstrahlen, schleifen
Oberflächenbehandlung: bedrucken, bemalen, lackieren, lasieren, ölen, polieren, wachsen
Okoumé lässt sich gut schleifen und lackieren sowie bei zurvor gut geschliffener und abgezogener Oberfläche auch auf Hochglanz polieren. Trennen und Subtrahieren: bohren, drechseln, feilen, fräsen, hobeln, lasern, raspeln, sägen, schnitzen, spalten, spanabhebend bearbeiten
Es sind Sägeblätter mit weitem Schrank erforderlich; hartmetallbestückte Schneidwerkzeuge ergeben glatte Oberflächen. Die Werkzeuge stumpfen rasch ab. Beim Hobeln und Fräsen von riftgeschnittenem Holz mit unregelmässigem Faserverlauf kann es zu Faserausrissen kommen. Trocknung:
Sowohl die natürliche wie auch die technische Trocknung von Okouméholz ist gut durchführbar. Konservierung: Schutz und Pflege:
Weder Splint- noch Kernholz lassen sich mit Holzschutzmitteln haltbar machen. Anwendung Anwendungsgebiete:
Furnierholz, Profile, Leisten, Konstruktionsholz für geringe bis mittlere Beanspruchung, Kistenbau Anwendungsbeispiele:
Sperrholz, Tischlerplatten, Stäbchenplatten; Türblätter, Möbel, Paneele; Vollholz als Ersatzholz für Mahagoni; dekorative Messerfurniere (vereinzelt); Kisten, Zigarettenkisten, Koffer; Zellstoff Quellennachweis Verwendete Quellen:
Beck Hough, R. (2007). The Woodbook. Köln, Deutschland: Taschen GmbH.
Schafflützel, H. (1982). Nutzhölzer. Zürich, Schweiz: Verlag Verband Schweizerischer Schreinermeister und Möbelfabrikanten, Zürich.
Sell, J. (1997). Eigenschaften und Kenngrössen von Holzarten. Dietikon, Schweiz: Baufachverlag AG.
Wagenführ, R. (2007). Holzatlas. München, Deutschland: Carl Hanser Verlag.
Walker, A. (2007). Atlas der Holzarten. Stuttgart, Deutschland: Eugen Ulmer KG. Weitere Quellen:
IUCN, Rote Liste gefährdeter Arten, www.iucnredlist.org/, (Stand 13.9.2011)WWF Holzführer, www.wwf.ch/de/derwwf/themen/wald/wwf_engagement/fsc/holzfuhrer/, (Stand 13.9.2011)The Plant List, www.theplantlist.org/ (Stand 13.9.2011) www.holzhandel.de/term/holz_abc/ Expertin / Experte:
Serge Lunin Material-Archiv-Signatur:
HOL_LAU_AUS 25

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