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Nussbaum, Amerika

Nussbaum, Amerika
Materialgruppen:
Holz > Laubhölzer > Aussereuropäische Laubhölzer Materialbeschrieb Amerikanischer Nussbaum, auch Schwarznuss genannt (Juglans nigra L.) ist eine Baumart aus der Familie der Walnussgewächse (Juglandaceae) Der Amerikanische Nussbaum stammt aus dem mittleren Westen sowie dem Nordosten der USA. In Europa wird er seit 1900 kultiviert. Die Nachfrage nach eher schlichten oder sehr dekorativen Texturen, die die Schwarznuss aufweisen kann, ist stark modeabhängig. Der stets steigende Bedarf an Schwarznussholz könnte in naher Zukunft zur Erschöpfung der Bestände in den USA führen. Von der IUCN (International Union for the Conservation of Nature and Natural Resources) wurde der Bestand bisher nicht bewertet, von einer ernsten Gefährdung ist dennoch nicht auszugehen. Schwarznussholz mit FSC-Zertifizierung (Forest Stewardship Council) ist erhältlich. Das Splintholz ist fast weiss, während das ansprechende Kernholz hell- bis dunkelbraun gefärbt ist und zu einem satt dunklen schokoladenbraunen, manchmal fast schwarzen Ton heranreift. Der Faserverlauf ist häufig gerade, gelegentlich wellig oder gekräuselt. Die Holzstruktur ist recht grob aber gleichförmig. Schwarzer Nussbaum ist mittel dicht und schwer. Das Holz wiegt nach dem Trocknen durchschnittlich 640kg/m3. Es ist mittel biegesteif und druckfest, hoch verformbar und gering schlagfest. Schwarznuss muss sorgfältig getrocknet werden, um Qualitätseinbussen und Risse zu vermeiden. Nach dem Trocknen ist das Stehvermögen gut. Das Holz kann von Hand sowie maschinell sehr gut bearbeitet werden, es stumpft Werkzeugschneiden aber mässig stark ab. Es lässt sich leicht beizen, hervorragend lackieren und zu sehr hoher Oberflächengüte bringen. Auch hält es Schrauben und Nägel gut und lässt sich zufriedenstellend verleimen. Schwarze Walnuss wird häufig für die Herstellung von Gewehrschäften und hochwertigen Möbeln eingesetzt. Man verwendet es zudem im Innenausbau, im Boots- und Instrumentenbau, für Gehäuse und als Drechsel- und Schnitzholz. Es ist ein wichtiges Rohmaterial für die Sperrholzherstellung. Ausgesuchte Stämme werden zu dekorativen Furnieren für den Möbelbau und die Herstellung von Paneelen gemessert. Andere Bezeichnungen/Synonyme:
Schwarznuss, Schwarze Walnuss Lateinische Bezeichnung:
Juglans nigra L. Italienische Bezeichnung:
Noce cero Französische Bezeichnung:
Noyer noir Englische Bezeichnung:
American Walnut Gleiche Familie:
Die Familie der Walnussgewächse (Juglandaceae) umfasst rund 60 Arten. Dazu gehören auch Hickory (Carya spp.) und Flügelnüsse (Pterocarya spp.). Unterarten:
Es sind etwa 17 amerikanische Juglans-Arten bekannt, darunter z. B. der Kanadische Nussbaum (Juglans cinerea L.) und der Südamerikanischer Nussbaum (Juglans neotropica Diels). Ähnliche Arten:
Europäischer Nussbaum (Juglans regia L.), Japanischer Nussbaum (Juglans sieboldiana Maxim.), Ostasiatischer Nussbaum (Juglans mandshurica Maxim.), Bété (Mansonia altissima A. Chev.), Imbuia (Phoebe porosa Mez.) Hintergrund Ökonomie:
Die Nachfrage nach Schwarznuss mit eher schlichten, streifigen oder dekorativen Texturen ist äusserst modeabhänig. In den USA könnte der steigende Furnierholzbedarf in naher Zukunft zur Erschöpfung der Bestände führen, sodass mit erheblichen Preissteigerungen zu rechnen ist. Nach Europa und Asien werden regelmässig nicht unbedeutende Mengen exportiert. Ökologie:
Schwarznuss ist mit FSC-Zertifizierung (Forest Stewardship Council) verfügbar. Herstellung Herkunft, geografische Region:
Mittelwesten und Nordosten der USA; Ontario bis Florida, Minnesota bis Texas; südöstliches Kanada Gewinnung:
Der Amerikanische Nussbaum gedeiht allgemein zwischen 32°-42° nördlicher Breite und bevorzugt tiefgründige, lockere und frische Lehmböden sowie ein mildes Klima. Als ausgesprochene Lichtholzart tritt er vor allem einzeln oder in kleinen, weiträumig verteilten Gruppen auf. Um 1900 wurde die Schwarznuss in den Rhein- und Donauwäldern angesiedelt und bildet dort heutzutage nennenswerte Bestände. In Europa wird sie indessen mehr als Park- und Alleenbaum kultiviert. Der Amerikanische Nussbaum erreicht eine Höhe von 20-25 m und einen Stammdurchmesser von 0,4-1,2 m. Der Baum kann bis zu 250 Jahre alt werden. Eigenschaften Gefüge/Mikrostruktur:
Poren mittelgross, locker ringporig, Faserabweichungen möglich, nadelrissig, Jahrringe deutlich, sehr dekorativ Erscheinung: Aussehen:
Das fast weisse Splintholz hebt sich deutlich vom hell- bis dunkelbraunen Kernholz ab. Dieses reift zu einem satten, dunklen Schokoladenbraun heran und ist oft von purpurnen Streifen und dunklen Adern durchsetzt. Die Jahrringe sind klar erkennbar. Der Faserverlauf ist normalerweise gerade, gelegentlich aber auch wellig oder gekräuselt. Die Holzstruktur ist recht grob, aber gleichförmig. Farbe: Beigetöne, Brauntöne
Splint: weisslich bis gelblichbraun, auch grau bis graubraun, 3-7 cm breit;
Kern: schokoladen- bis violettbraun, auch hell- bis dunkelbraun, purpur getönt, teils dunkel geadert, nachdunkelnd Beständigkeit: Biologische Schadensfaktoren:
Natürliche Holzschädlinge für den amerikanischen Nussbaum sind bestimmte Pilze, Insekten (Nordamerikanische Holzameise) und der Specht. Das Holz ist in der Regel jedoch ziemlich widerstandsfähig gegen Pilze und Insekten. Witterungsbeständigkeit: bedingt beständig
Splintholz: gering dauerhaft
Kernholz: mässig dauerhaft, ziemlich witterungsfest
Klasse 3 Mechanische Eigenschaften:

Biegezugfestigkeit: 90.00 bis 106.00 N/mm2
Brinellhärte längs: 50.00 N/mm2
Brinellhärte quer: 26.00 N/mm2
Dichte [ρ]: 580.00 bis 810.00 kg/m3
Differentielles Schwindmass - radial: 0.190 %/1% Feuchteänderung
Differentielles Schwindmass - tangential: 0.260 %/1% Feuchteänderung
Dimensionsstabilität: mittel bis gut
Druckfestigkeit: 44.00 bis 55.00 N/mm2
Elastizitätsmodul: 10 800.00 bis 13 500.00 N/mm2
Rohdichte grün: 900.00 bis 980.00 kg/m3
Scherfestigkeit: 8.80 bis 9.60 N/mm2
Zugfestigkeit QR: 4.70 N/mm2

Optische Eigenschaften: Holzfehler:
Krümmung, Unrundheit, Kernverlagerungen, Drehwuchs, hoher Splintholzanteil, Unregelmässigkeiten des Jahrringaufbaus, Beulen, Rosen, Wasserreiser, Wasserreiserkröpfe, Fällungs- und Rückeschäden, Frostrisse, Blitzrinnen, Ringrisse, Ringschälen, Spinnen, Splitter, oxidative Verfärbungen, Zwiesel, Fäulen, Frassgänge, Spechtschäden (Sapsucker) Bearbeitung Lieferformen:
Rundholz: Blocklängen 1,6-7,0 m; Blockmittendurchmesser 0,3-1,0 m; Schnittholz, Maserknollen, Furniere Besonderheiten:
Nussbaummaser (Walnut Burl) entsteht vor allem durch Pfropfung von Amerikanischem Nussbaum auf Europäischen Nussbaum. Formen und Generieren: umformen (biege-, druck-, zug- und zugdruckumformen)
Schwarznuss eignet sich gut zum Dampfbiegen. Fügen und Verbinden: kleben, nageln, schrauben
Herkömmliche Holzverbindungen halten gut. Oberflächenbearbeitung: aufrauen, beizen, bürsten, gravieren, laserbeschriften, polieren, raspeln, sandstrahlen, schleifen
Oberflächenbehandlung: bedrucken, beflocken, beizen, bleichen, lackieren, lasieren, ölen, polieren, wachsen
Schwarznuss ist sehr gut beiz- und ausgezeichnet lackierbar. Eine Tönung der Holzfarbe kann auch durch Räuchern erzielt werden. Trennen und Subtrahieren: bohren, drechseln, feilen, fräsen, hobeln, lasern, raspeln, sägen, schnitzen, spalten, spanabhebend bearbeiten
Amerikanischer Nussbaum lässt sich mechanisch sehr gut und leicht bearbeiten. Er ist auch sehr gut schäl- und messerbar. Trocknung:
Schwarznuss lässt sich, sofern dies langsam und sorgfältig erfolgt, gut trocknen. Es besteht eine geringe Neigung zum Reissen und Werfen. Konservierung: Schutz und Pflege:
Das Splintholz ist gut mit Holzschutzmitteln tränkbar, das Kernholz lässt sich mässig bis schlecht imprägnieren. Anwendung Anwendungsgebiete:
Furnierholz, überwiegend als Messerholz für Deckfurniere; Ausstattungsholz im Innenausbau; Konstruktionsholz für mittlere Beanspruchung; Gerätebau; Kunsthandwerk Anwendungsbeispiele:
Möbel, Vertäfelungen, Deckenkassetten, Parkett, Ladenbau, Bootsbau, Fahrzeugbau; Spezialholz zum Drechseln und Schnitzen; Gewehrschäfte; Klaviere; Leisten, Knöpfe; Paneele, Gehäuse; Intarsien Quellennachweis Verwendete Quellen:
Beck Hough, R. (2007). The Woodbook. Köln, Deutschland: Taschen GmbH.
Schafflützel, H. (1982). Nutzhölzer. Zürich, Schweiz: Verlag Verband Schweizerischer Schreinermeister und Möbelfabrikanten, Zürich.
Sell, J. (1997). Eigenschaften und Kenngrössen von Holzarten. Dietikon, Schweiz: Baufachverlag AG.
Wagenführ, R. (2007). Holzatlas. München, Deutschland: Carl Hanser Verlag.
Walker, A. (2007). Atlas der Holzarten. Stuttgart, Deutschland: Eugen Ulmer KG. Weitere Quellen:
WWF Holzführer, www.wwf.ch/de/derwwf/themen/wald/wwf_engagement/fsc/holzfuhrer/, (Stand 13.9.2011)
The Plant List, www.theplantlist.org/ (Stand 13.9.2011) www.holzhandel.de/term/holz_abc/ www.schreiner-seiten.de/holzarten/index.phphttp:// www.holzlexikon.de/frame.htm www.holzerkennung.athttp://www.proholz.athttp://www.modellskipper.de Expertin / Experte:
Serge Lunin Material-Archiv-Signatur:
HOL_LAU_AUS 24

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