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Wenzhou-Chinapapier

Wenzhou-Chinapapier
Materialgruppen:
Papier > Maschinengefertigtes Papier > Papiere für spezifische Verwendung Materialbeschrieb Wenzhou-Chinapapier ist ein geleimtes, saugfähiges Naturfaserpapier aus maschineller Fertigung. China hat eine der ältesten Traditionen in der Papierherstellung. Das Wenzhou-Chinapapier ist benannt nach der gleichnamigen Stadt im Südosten Chinas, wo sich noch heute zahlreiche Papiermühlen und -fabriken befinden. Wie das traditionelle handgeschöpfte Xuan-Papier wird auch Wenzhou aus dem langfaserigen Rindenbast von Maulbeerbäumen hergestellt. Handgeschöpfte sowie maschinell hergestellte China- und Japanpapiere werden oft unter der Bezeichnung Reispapier zusammengefasst, was zu Verwirrungen betreffend der verwendeten Fasern führt. Wenzhou ist ein weiches und sehr saugfähiges Papier mit vliesartigem Charakter. Die langen Fasern verleihen ihm eine ausserordentliche Stabilität. Es zeichnet sich durch eine gute Qualität und einen günstigen Preis aus. Das Papier lässt sich beschriften, bemalen und bedrucken sowie als Aufziehpapier für Papierwände oder Lampenschirme verwenden. Es lässt sich leicht von der Rolle abtrennen, indem der gewünschte Abschnitt gefaltet und die Kante vor dem Abreissen mit einem Pinsel befeuchtet wird. So lässt sich der Bogen mit einem falschen Büttenrand versehen. Für eine hohe Druckqualität kann vorgängig ein Kupferdruckkarton mit einem Wenzhou-Papier kaschiert werden. Wenzhou eignet sich sowohl für Kalligrafiearbeiten und Chinesische Tuschmalerei als auch für Holz- und Linoldrucke, Kupferstiche und Radierungen. Andere Bezeichnungen/Synonyme:
Reispapier (ugs.) Hintergrund Geschichte:
Erste papierähnliche Faserflächen entstanden Anfang des 1. Jh. v. Chr. in China. Als kaiserlicher Arbeitsinspektor erwähnte Ts'ai Lun im Jahr 105 n. Chr. die Ergebnisse seiner Versuche mit alten Fischernetzen, Lumpen, Hanfabfällen und Baumrinde, die er mit Wasser zu einem Brei zermörserte, um daraus erste Papierbogen herzustellen. Dies gilt als Beginn der Papiermacherei. Recycling:
Da Wenzhou ungeleimt und ungestrichen ist, kann es äusserst gut rezykliert werden und ist auch biologisch abbaubar. Herstellung Gewinnung:
Der von Maulbeerbaumzweigen gewonnene Rindenbast muss gekocht und zu einem Faserbrei weich geklopft werden. Im Gegensatz zu den handgeschöpften Chinapapieren wird diese Arbeit für die Wenzhou-Herstellung grösstenteils maschinell verrichtet. Fertigung:
Durch Abfiltern der Fasersuspension wird auf einem umlaufenden Siebband eine nasse Papierbahn erzeugt. Diese durchläuft sodann die Press- und Trockenpartie der Maschine und wird am Ende aufgerollt. Eigenschaften Erscheinung:

Farbe: Weisstöne
Geruch: neutral
Haptik: samtig

Mechanische Eigenschaften:

Flächengewicht: 30.00 g/m2


Bearbeitung Lieferformen:
Wenzhou ist in Rollen, meist mit einer flächenbezogenen Masse von 30 g/m2, in den Breiten von 45, 69 oder 97 cm erhältlich, je nach Lieferant auch in Bogen. Fügen und Verbinden: kleben
Oberflächenbehandlung: kaschieren
Trennen und Subtrahieren: schneiden, stanzen
falzen, mit Haarpinsel befeuchten und reissen Anwendung Anwendungsgebiete:
Kalligrafie,
Kunstdruck (Linol- und Holzdruck, Kupferstich und Radierung)
Möbelbau,
Innenausbau. Sammlungen

Muster in folgenden Sammlungen: ETH Zürich Baubibliothek, Gewerbemuseum Winterthur, ZHdK Medien- und Informationszentrum
Standort in der Sammlung: ETH Zürich Baubibliothek:
ZP-PM-SK | Papiere, maschinengefertigt > Spezialpapiere Gewerbemuseum Winterthur:
Papier > Schublade 45 Bezugsquelle Bezugsquelle Sammlungsmuster:
boesner Künstlerbedarf Quellennachweis Verwendete Quellen:
Göttsching, L. & Katz, C. (1999). Papier Lexikon. Gernsbach: Deutscher Betriebswirte Verlag GmbH.
Weber, Th. (2004). Die Sprache des Papiers. Eine 2000-jährige Geschichte. Bern, Stuttgart, Wien: Haupt Verlag.
Turner, S. (1998). The Book of Fine Paper. London: Thames and Hudson. Material-Archiv-Signatur:
PAP_MAS_SPE_37 Bilder

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