MATERIALARCHIV

Hickory

Hickory
Materialgruppen:
Holz > Laubhölzer > Aussereuropäische Laubhölzer Materialbeschrieb Das Holz Hickory stammt von der gleichnamigen Pflanzengattung Carya aus der Familie der Walnussgewächse (Juglandaceae) mit etwa 22 Arten und 20 Unterarten. Hickoryholz wird vornehmlich im mittleren Osten der USA verarbeitet. Sein ausgeprägter, breiter Splint wird häufig dem Kernholz vorgezogen und ist im Aussehen wie auch in den Eigenschaften der Esche sehr ähnlich, während das Kernholz eher Walnussholz gleicht. Hickory ist mit durchschnittlich 820 kg/m3 nach dem Trocknen ein eher schweres, dichtes Holz. Es ist sehr zäh und weist hohe Werte für Biegesteifigkeit und Druckfestigkeit auf. Es ist ausserordentlich schlagfest und gering verformbar. Hickory ist im Aussenbereich nicht dauerhaft. Das Holz ist schwierig zu bearbeiten und stumpft die Werkzeugschneiden mittelstark ab. Es ist nicht einfach zu verleimen, lässt sich aber gut lackieren und polieren. Es eignet sich sehr gut zum Dampfbiegen. Hickory ist ein ideales Holz für Griffe und Stiele von Schlagwerkzeugen wie Hämmern, Spitzhacken und Äxten und wird auch für Radspeichen, Stühle und Leitersprossen verwendet. Es kommt vor allem im Innenbereich und im Gerätebau zum Einsatz und war lange bevorzugtes Holz für Sportgeräte. Lateinische Bezeichnung:
Carya spp. (Alternativ: Hicoria) Französische Bezeichnung:
Carya tomenteux Englische Bezeichnung:
Hickory Gleiche Familie:
Zur Familie der Walnussgewächse (Juglandaceae) gehören verschiedenste Nussbaum-Arten, darunter z. B. Echte Walnuss (Juglans regia), Amerikanische Walnuss (Juglans olanchana) und Butternuss (Juglans cinerea). Hintergrund Geschichte:
Hickory wurde lange Zeit zur Fertigung von Griffen an Sportgeräten wie Golf-, Tennis- und Baseballschlägern verwendet. So erhielt die traditionelle Variante des klassischen Golfsports auch den Namen Hickorygolf. Ökonomie:
Von über 20 bekannten Hickory-Arten sind vier von wirtschaftlicher Bedeutung. Es sind dies: Carya glabra, auch als Ferkelnuss bekannt, Carya tomentosa, welche die Spottnuss liefert, Carya laciniosa, welche die Königsnuss produziert Carya ovata, deren Holz Schuppenrinden-Hickorynuss genannt wird. Es erfolgen regelmässige Importe geringerer Mengen nach Europa. Inlanderträge sind bisher kaum von Bedeutung. Ökologie:
Hickoryholz mit FSC-Zertifizierung ist verfügbar. Herstellung Herkunft, geografische Region:
Südöstliches Nordamerika, von Ontario in Kanada bis Mexiko; Hauptverarbeitung in Missouri und Arkansas in den USA Gewinnung:
Der Baum bevorzugt mildes Klima und überwiegend frische Böden. In Europa wurde er versuchsweise in sommergrünen Wäldern (Auenwäldern) angebaut. Hickory wird mit einer Stammlänge von 10 m bis zu 30 m hoch. Der zylindrische, auffallend gerade Stamm erreicht einen Durchmesser von 0,5-0,9 m Eigenschaften Gefüge/Mikrostruktur:
Poren gross, schwach ringporig, Jahringe deutlich, meist feinjährig, auffallend nadelrissig, gefladert, gestreift, schlicht Erscheinung: Aussehen:
Das sehr breite Splintholz ist weisslich bis gelblich und lässt sich deutlich vom rötlichbraunen Kernholz unterscheiden. Der Faserverlauf ist meist gerade, kann gelegentlich aber auch unregelmässig oder wellig sein. Die Holzstruktur ist eher grob und schlicht. Die Jahrringe sind deutlich zu erkennen, auch wenn deren Aufbau meist sehr feinjährig ist. Hickoryholz ist auffallend nadelrissig. Farbe: Brauntöne, Gelbtöne
Splint: weisslich- bis gelblichbraun
Kern: hellbraun bis rötlichbraun Geruch: neutral

Beständigkeit: Biologische Schadensfaktoren:
Pilze: holzverfärbende und holzzerstörende Pilze (vor allem im Splintholz)
Insekten: Lyctidae
Hickory ist nicht bohrmuschelfest. Witterungsbeständigkeit: unbeständig
Splintholz kaum dauerhaft, Kernholz etwas widerstandsfähiger
Klasse 4 Mechanische Eigenschaften:

Biegezugfestigkeit: 117.00 bis 135.00 N/mm2
Brinellhärte längs: 76.00 bis 90.00 N/mm2
Brinellhärte quer: 39.00 bis 44.00 N/mm2
Dichte [ρ]: 700.00 bis 840.00 kg/m3
Differentielles Schwindmass - radial: 0.260 bis 0.290 %/1% Feuchteänderung
Differentielles Schwindmass - tangential: 0.370 bis 0.420 %/1% Feuchteänderung
Dimensionsstabilität: gering
Druckfestigkeit: 52.00 bis 65.00 N/mm2
Elastizitätsmodul: 12 200.00 bis 16 400.00 N/mm2
Rohdichte grün: 1 000.00 kg/m3
Scherfestigkeit: 10.00 bis 19.00 N/mm2
Zugfestigkeit [ft]: 150.00 N/mm2
Zugfestigkeit QR: 9.70 N/mm2

Optische Eigenschaften: Holzfehler:
Krümmungen, Unrundheit, Unregelmässigkeiten im Jahrringaufbau, Beulen, Farbfehler, oxidative Verfärbungen, Risse (überwiegend Frostrisse), Zwiesel, Fäulen (überwiegend im Splintholz), Frassgänge Bearbeitung Lieferformen:
Rundholz, Schnittholz
Das breite, blasse Splintholz wird als White Hickory gehandelt und häufig dem rötlichbraunen Kernholz vorgezogen, das als Red Hickory in den Handel kommt. Formen und Generieren: umformen (biege-, druck-, zug- und zugdruckumformen)
Hickory eignet sich sehr gut zum Dampfbiegen. Fügen und Verbinden: kleben, nageln, schrauben
Die Verleimung ist schwierig. Beim Nageln und Schrauben ist Vorbohren erforderlich. Oberflächenbearbeitung: bürsten, gravieren, laserbeschriften, polieren, raspeln, sandstrahlen, schleifen
Oberflächenbehandlung: beizen, imprägnieren, lackieren, lasieren, ölen, polieren, wachsen
Hickory ist gut lackierbar, aber schwer beizbarl. Trennen und Subtrahieren: bohren, drechseln, feilen, fräsen, hobeln, lasern, raspeln, sägen, schneiden, schnitzen, spalten
Hickory ist mässig gut mechanisch zu bearbeiten, Werkzeugschneiden werden mittelstark abgestumpft. Trocknung:
Die Trocknung ist schwierig. Es besteht eine Neigung zum Reissen und Werfen. Konservierung: Schutz und Pflege:
Splint- sowie Kernholz sind mit Holzschutzmitteln tränkbar. Anwendung Anwendungsgebiete:
Maschinenbau, Werkzeugbau, Möbelbau, Gerätebau, Fahrzeug- und Flugzeugbau Anwendungsbeispiele:
Griffe und Stiele an Schlagwerkzeugen (Hämmer, Äxte etc.), Radspeichen, Stühle, Leitersprossen, Schnitz- und Bildhauerholz, Golf-, Tennis-, Baseballschläger, Sportbögen, Trommelstöcke Sammlungen

Muster in folgenden Sammlungen: Gewerbemuseum Winterthur
Standort in der Sammlung: Gewerbemuseum Winterthur:
Massivholz > Schublade 70 Quellennachweis Verwendete Quellen:
Beck Hough, R. (2007). The Woodbook. Köln, Deutschland: Taschen GmbH.
Schafflützel, H. (1982). Nutzhölzer. Zürich, Schweiz: Verlag Verband Schweizerischer Schreinermeister und Möbelfabrikanten, Zürich.
Sell, J. (1997). Eigenschaften und Kenngrössen von Holzarten. Dietikon, Schweiz: Baufachverlag AG.
Wagenführ, R. (2007). Holzatlas. München, Deutschland: Carl Hanser Verlag.
Walker, A. (2007). Atlas der Holzarten. Stuttgart, Deutschland: Eugen Ulmer KG. Weitere Quellen:
www.schreiner-seiten.de/holzarten/index.php
www.holzlexikon.de/frame.htm.
www.holzerkennung.at
www.proholz.at
www.modellskipper.de Expertin / Experte:
Serge Lunin Material-Archiv-Signatur:
HOL_LAU_AUS_17 Text verfasst von:
ZHdK 2013

Flashplayer nicht installiert
Um die Materialsuche zu tätigen, benötigen Sie einen aktuellen Flash Player.
Sie können es hier kostenlos runterladen.
Alternativ können Sie auf aktuellen Browsern auch die HTML5-Version mit leicht eingeschränktem Funktionsumfang aufrufen.

Über MATERIAL ARCHIV
können Sie auch ohne Flashplayer anschauen: www.materialarchiv.ch/cms