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Afzelia

Afzelia
Materialgruppen:
Holz > Laubhölzer > Aussereuropäische Laubhölzer Materialbeschrieb Die Gattung Afzelia ist Teil der Unterfamilie der Johannisbrotgewächse (Caesalpiniaceae) in der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae) und umfasst 12 Arten. Alle in Afrika heimischen Arten der Gattung Afzelia werden unter dem Handelsnamen Afzelia zusammengefasst. Die Bezeichnung Doussié steht meist für Afzelia bipindensis, die vor allem in Kamerun vorkommt. Die Bäume aus den tropischen Regenwäldern Ost- und Westafrikas weisen hervorragende Eigenschaften auf und finden deshalb in den verschiedensten Bereichen Verwendung Regelmässig werden grössere Mengen nach Europa importiert, jedoch ist kaum je eine FSC-Zertifizierung vorhanden. Das Kernholz der Afzelia ist hellbraun und meist dunkel geadert. Unter Licht- und Lufteinfluss reift die Farbe zu einem satten rotbraunen Mahagoniton heran. Der Faserverlauf ist ausgeprägt wechseldrehwüchsig. Zuwachszonen und Gefässe sind deutlich zu erkennen, was das Holz dekorativ macht. Afzeliaholz wiegt zwischen 700 und 950 kg/m3, ist sehr druckfest und äusserst dicht. Die Holzstruktur ist grob, aber ebenmässig. Afzelia ist witterungsbeständig und ausgesprochen dauerhaft. Das sehr gute Stehvermögen ist vergleichbar mit Teak. Das dichte Holz der Afzelia lässt sich mechanisch zwar gut verarbeiten, erfordert jedoch gutes Werkzeug. Dieses wird mittelstark abgenutzt. Das Holz ist schwierig zu hobeln und zu messern. Es lässt sich mit zufriedenstellenden Resultaten künstlich trocknen, wobei der Trocknungsvorgang langsam erfolgen muss. Nach Porenfüllung lässt sich auch eine zufriedenstellende Oberflächengüte erreichen. Mechanische Verbindungen wie Schrauben und Nägel halten gut, Vorbohren ist jedoch nötig. Auch eine Verklebung ist möglich.
Bei der Verarbeitung ist auf gutes Absaugen zu achten, da der Staub Schleimhautreizungen verursachen kann. Afzelia findet aufgrund seiner äusserst guten Eigenschaften Verwendung in verschiedenen Bereichen. Es dient als Ausstattungsholz im Innenausbau, kommt aber auch als Konstruktionsholz im Aussenbau wie zum Beispiel im Wasser-, Fahrzeug- oder Brückenbau zum Einsatz. Ausserdem wird es als Spezialholz für Radrennbahnen verwendet. Andere Bezeichnungen/Synonyme:
Doussié, Aligna, Apa Lateinische Bezeichnung:
Afzelia bipindensis Harms Französische Bezeichnung:
Doussié Gleiche Familie:
Gleditschien (Intsia spp.)
Merbau (Intsia spp.)
Kassien (Cassia spp.) Unterarten:
Afzelia africana Sm.: Doussié blanc, Apa, Afzelia, Lingué
Afzelia bella.: Kalabar, Westafrikanische Afzelia
Afzelia pachyloba Harms: Doussié blanc, Westafrikanische Afzelia
Afzelia quanszensis Welw.: Doussié, Mambakofi, Mkora, Chanfuta, Musco, Mussacossa, Mukamba, Ostafr.
Afzelia bipindensis Harms: Doussié, Afzelia
etc. Ähnliche Arten:
Merbau (Intsia bijuga O. Ktze.), Tali (Erythrophloeum ivorense A. Chev.) Hintergrund Ökonomie:
Regelmässig werden grössere Mengen Afzelia nach Europa importiert. Hauptlieferländer sind Kamerun, Elfenbeinküste sowie Nigeria. Die verschiedenen im Handel befindlichen Arten sind schwierig zu unterscheiden. Beispielsweise lassen sich Afzelia bipindensis und Afzelia pachyloba nur durch Fluoreszenzbetrachtung unterscheiden, da nur A. pachyloba gelblich fluoresziert. Ökologie:
Afzelia ist auf der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN (International Union for the Conservation of Nature and Natural Resources) als gefährdet eingestuft. Schätzungsweise stammen 65% der gehandelten Ware aus illegalen oder verdächtigen Quellen. Afzeliaholz mit FSC-Zertifizierung ist zwar verfügbar, jedoch nur in geringen Mengen. Herstellung Herkunft, geografische Region:
West- und Ostafrika, von Guinea und Liberia über Nigeria und Kamerun bis Kenia und Mosambik; mit grösseren Vorkommen in Kamerun Gewinnung:
Afzelia ist in West- und Ostafrika heimisch und bevorzugt tropische Regenwälder. Die Bäume werden bis zu 40 m hoch und 0,6 bis 1,2 m dick. Die Stämme mit geringen, etwa 1 m stammaufwärts reichenden Brettwurzeln sind grundsätzlich zylindrisch, gelegentlich verformt. Eigenschaften Gefüge/Mikrostruktur:
Poren gross und zerstreut; gefladert, ausgeprägter Wechseldrehwuchs, Zuwachszonen und Gefässe deutlich erkennbar, grob-nadelrissig, dekorativ Erscheinung: Aussehen:
Der 3-10cm breite Splint ist gelblichgrau bis weissgrau. Der hellbraune Kern dunkelt rötlichbraun nach und ist oft dunkel geadert. Der Faserverlauf ist ausgeprägt wechseldrehwüchsig, die Zuwachszonen sind deutlich erkennbar. Im Tangentialschnitt ist Afzelia gefladert, im Radialschnitt zeigt sich durch den Wechseldrehwuchs und die Aderung eine Streifung. Afzeliaholz ist dekorativ. Farbe: Brauntöne
Splint: gelblichgrau
Kern: hellbraun, rötlichbraun nachdunkelnd Geruch: neutral
Haptik: trocken

Beständigkeit: Biologische Schadensfaktoren:
Afzelia ist weitgehend pilz- und insektenresistent sowie ziemlich termiten- und bohrmuschelfest. Witterungsbeständigkeit: beständig
Afzeliaholz ist witterungsfest und ausserdem ziemlich säurebeständig. Klasse 1 Mechanische Eigenschaften:

Biegezugfestigkeit: 90.00 bis 150.00 N/mm2
Brinellhärte längs: 34.00 bis 48.00 N/mm2
Dichte [ρ]: 750.00 bis 950.00 kg/m3
Differentielles Schwindmass - radial: 0.110 bis 0.200 %/1% Feuchteänderung
Differentielles Schwindmass - tangential: 0.170 bis 0.320 %/1% Feuchteänderung
Dimensionsstabilität: sehr gut
Druckfestigkeit: 65.00 bis 79.00 N/mm2
Elastizitätsmodul: 12 500.00 bis 17 700.00 N/mm2
Rohdichte grün: 1 100.00 bis 1 200.00 kg/m3
Scherfestigkeit: 7.50 bis 15.00 N/mm2
Zugfestigkeit [ft]: 120.00 N/mm2
Zugfestigkeit QR: 1.80 bis 2.30 N/mm2

Optische Eigenschaften: Holzfehler:
Krümmungen, Unrundheit, Wirbel, Wilder Wuchs, mineralische Einschlüsse, Farbfehler, Risse, Reaktionsholz, Kernfäulen, gelegentlich Frassgägne Bearbeitung Lieferformen:
Rundholz, meist entsplintet: Blocklängen 4-8 m; Blockmittendurchmesser 0,6-1,0 m; Schnittholz, Profilhölzer, Parkett, Furniere Formen und Generieren: drehen, umformen (biege-, druck-, zug- und zugdruckumformen)
Afzeilia quanzuensis lässt sich zu kleinen Radien beigen. Die anderen Arten eignen sich zum Dampfbiegen ist nur mässig, da sie während des Dämpfens Harz abgeben und sich verziehen. Fügen und Verbinden: kleben, nageln, schrauben
Die Verklebung ist gut, aber gelegentlich schwierig; die maximale Holzfeuchte zum Verkleben beträgt 14%. Beim Nageln und Schrauben wird Vorbohren empfohlen. Oberflächenbearbeitung: bürsten, gravieren, laserbeschriften, polieren, raspeln, sandstrahlen, schleifen
Oberflächenbehandlung: bedrucken, beflocken, lackieren, lasieren, polieren, verputzen, wachsen
Afzelia lässt sich mässig gut oberflächenbehandeln. Es enthält lackabstossende Stoffe und erfordert die Verwendung von Sperrlacken (z. B. DD-Lackgrundierung). Wachsen verursacht Bleicheffekt. Trennen und Subtrahieren: bohren, drechseln, drehen, feilen, fräsen, hobeln, lasern, raspeln, sägen, schneiden, schnitzen, spalten
Afzeliaholz lässt sich mechanisch gut bearbeiten, stumpft jedoch das Werkzeug mittelstark ab. Es erfordert stellitisierte Sägeblätter und hartmetallbestückte Werkzeuge. Wechseldrehwüchsige Flächen sind schwierig zu hobeln. Trocknung:
Afzeliaholz lässt sich gut trocknen, sofern die Trocknung langsam geschieht. Sein Stehvermögen ist sehr gut. Krumme Blöcke und daraus erzeugte Schnittware sowie ungenügend getrocknetes Holz neigen zum Reissen und Werfen. Arbeitsschutz:
Bei Staubeinwirkung sind Schleimhautreizungen möglich. Konservierung: Schutz und Pflege:
Tränkbarkeit mit Holzschutzmitteln: Splint mässig; Kern schlecht Anwendung Anwendungsgebiete:
Ausstattungsholz Innenausbau, Konstruktionsholz für mittlere bis schwere Beanspruchung, Innen- sowie vorwiegend Aussenbau Anwendungsbeispiele:
Möbel, Parkett, Treppen, Handläufe; Fussböden; Wasser-, Schiff-, Waggon-, Fahrzeug- und Brückenbau; Spezialholz für Radrennbahnen; landwirtschaftliche Geräte; Türen, Tore; Fenster, Schwellen; Labortische, Chemikalienbehälter; Garten- und Schulmöbel Sammlungen

Muster in folgenden Sammlungen: ETH Zürich Baubibliothek, Gewerbemuseum Winterthur
Standort in der Sammlung: ETH Zürich Baubibliothek:
HO-LA | Holzarten > Laubhölzer Gewerbemuseum Winterthur:
Massivholz > Schublade 74 Quellennachweis Verwendete Quellen:
Beck Hough, R. (2007). The Woodbook. Köln, Deutschland: Taschen GmbH.
Schafflützel, H. (1982). Nutzhölzer. Zürich: Verlag Verband Schweizerischer Schreinermeister und Möbelfabrikanten, Zürich.
Sell, J. (1997). Eigenschaften und Kenngrössen von Holzarten. Dietikon, Schweiz: Baufachverlag AG.
Wagenführ, R. (2007). Holzatlas. München, Deutschland: Carl Hanser Verlag.
Walker, A. (2007). Atlas der Holzarten. Stuttgart, Deutschland: Eugen Ulmer KG. Weitere Quellen:
IUCN, Rote Liste gefährdeter Arten, www.iucnredlist.org/apps/redlist/details/33191/0, (Stand 22.11.2010)
WWF Holzführer, www.wwf.ch/de/derwwf/themen/wald/fsc/holzfuhrer/afrormosia.cfm, (Stand 22.11.2010)
www.schreiner-seiten.de/holzarten/index.php
www.holzwurm-page.de/ Expertin / Experte:
Serge Lunin Material-Archiv-Signatur:
HOL_LAU_AUS_11

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