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Balsa

Balsa
Materialgruppen:
Holz > Laubhölzer > Aussereuropäische Laubhölzer Materialbeschrieb Balsa (Ochroma Iagopus) ist eine Art der Gattung Ochroma und gehört zur Familie der Malvengewächse (Malvaceae). Balsa ist ein Laubbaum aus dem mittleren und nördlichen Südamerika, wird aber mittlerweilen auch in Afrika sowie Südostasien kultiviert. Der Grossteil der gehandelten Ware stammt aus Ecuador. Sein ausserordentlich schnelles Wachstum macht den Baum für den Anbau in Plantagen sehr attraktiv. Obwohl Balsa das leichteste und weichste Holz überhaupt ist, zählt es botanisch gesehen zu den Harthölzern. Seine speziellen Eigenschaften machen es zu einem äusserst wichtigen Rohstoff für verschiedene Anwendungsbereiche. FSC-zertifiziertes Balsaholz ist verfügbar. Das weissliche Holz ist sehr elastisch, ausserordentlich weich und leicht. Es ist nicht dauerhaft und muss deshalb sofort nach der Fällung chemisch geschützt oder mindestens entrindet werden. Balsa lässt sich technisch gut trocknen. Lufttrocknung ist jedoch schwierig. Balsaholz lässt sich gut schneiden, mit starker Schränkung gut sägen, seiner grossen Weichheit wegen aber nicht hobeln und feilen. Verleimen ist die einzige brauchbare Verbindung. Schraub- und Nagelverbindungen halten nicht. Oberflächenbehandlungen sowie Tränkung mit Holzschutzmitteln sind aufgrund der hohen Saugfähigkeit problemlos möglich. Die speziellen Eigenschaften machen das Holz sehr attraktiv für den Einsatz als Isolier- und Verpackungsmaterial sowie als Auftriebskörper. Balsa wird für die Herstellung von Schwimmwesten, Rettungsbooten und Tropenhelmen verwendet und bildet die Basis für Isolationen bei Kühlräumen, im Flugzeugbau und im Eisenbahnbau. Wichtig ist es zudem für den Modellbau sowie ferner auch als Rohstoff in der Papier- und Zellstofffabrikation. Andere Bezeichnungen/Synonyme:
Westindisches Korkholz, Corkwood, Rowlee Lateinische Bezeichnung:
Ochroma Gleiche Familie:
Zur Familie der Malvengewächse (Malvaceae), zählen ca. 243 Gattungen und knapp 4300 Arten; die bekanntesten Malvengewächse sind der Kakaobaum (Theobroma cacao) und Baumwolle (Gossypium). Unterarten:
Es sind etwa 11 Ochroma-Arten bekannt. Beispiele hierfür sind, Ochroma bicolor Rowlee, Ochroma concolor Rowlee, Ochromo grandiflora Rowlee, Ochroma limonensis Rowlee und Ochroma obtusa Rowlee. Ähnliche Arten:
Cavanillesia platanifolia (Quipo), Ricinodendron heudelotii (Essessang) Hintergrund Etymologie:
Das Holz wurde von den ersten spanischen Siedlern Balsa (spanisch: Floss) genannt, da die südamerikanische Urbevölkerung Flösse daraus herstellte. Ökologie:
Der Bestand von Balsaholz ist nicht bedroht. Trotzdem ist es wichtig, auf eine FSC-Zertifizierung zu achten. Es ist davon auszugehen, dass 70% des nicht zertifizierten Holzes aus illegalen oder verdächtigen Quellen stammten Auch betreiben viele Plantagen strenge Monokulturen, was auf Dauer sehr schädlich für die Böden ist. FSC-zertifiziertes Balsaholz ist verfügbar. Herstellung Herkunft, geografische Region:
Mittleres und nördliches Südamerika, vornehmlich Ecuador; in Afrika (Kamerun) und Südostasien (Java, Indien, Indonesien) kultiviert Gewinnung:
Der Baum bevorzugt die tropischen Regenwälder, kommt aber auch in tropischen montanen Regenwäldern vor, jedoch nur unter 1000 m. ü. M. Balsa ist eine Pionierholzart und daher auch häufig auf Katastrophen- oder Kahlschlagflächen und in tropischen Sekundärwäldern anzutreffen. Es wird in Plantagen erfolgreich angebaut. Die Bäume wachsen sehr rasch. Mit 10 Jahren ist ihr Höhenwachstum in der Regel bereits abgeschlossen, das Holz verliert dann schnell an Qualität. Der Baum wird 15-20 m hoch und erreicht einen Stammdurchmesser von 0,6-0,8 m. Eigenschaften Gefüge/Mikrostruktur:
Poren gross und zerstreut, sehr geradfaserig; Zuwachszonen erkennbar; schlicht Erscheinung: Aussehen:
Die Struktur ist fein und ebenmässig. Die Zuwachszonen sind je nach Herkunft sehr deutlich erkennbar oder nur durch unterschiedliche Porendichte angedeutet. Die Gefässe sind im Querschnitt mit blossem Auge erkennbar. Im Tangential- und Radialschnitt sind die Porenrillen durch braune Auflagerungen sehr auffallend und die Holzstrahlen zeigen sich als gut erkennbare Spiegel. Das Holz glänzt, ist aber nur wenig dekorativ. Farbe: Weisstöne
Splint fast weiss, rötlich oder bräunlich getönt; sehr breit
Kern unscharf differenziert, blass rötlichbraun Geruch: neutral
Haptik: trocken

Beständigkeit: Biologische Schadensfaktoren:
Insekten: u. a. Cerambycidae, Ipidae, Lyctidae
Pilze: holzverfärbende und holzzerstörende Pilze Witterungsbeständigkeit: unbeständig
Weder Splint- noch Kernholz sind dauerhaft
Sofort nach der Fällung ist ein chemischer Holzschutz oder mindestens Entrindung erforderlich.
Klasse 5 Mechanische Eigenschaften:

Biegezugfestigkeit: 15.00 bis 23.00 N/mm2
Brinellhärte längs: 3.00 bis 7.00 N/mm2
Brinellhärte quer: 2.00 bis 3.00 N/mm2
Dichte [ρ]: 90.00 bis 260.00 kg/m3
Differentielles Schwindmass - radial: 0.060 bis 0.110 %/1% Feuchteänderung
Differentielles Schwindmass - tangential: 0.150 bis 0.220 %/1% Feuchteänderung
Dimensionsstabilität: gut
Druckfestigkeit: 5.00 bis 15.00 N/mm2
Elastizitätsmodul: 1 130.00 bis 6 000.00 N/mm2
Rohdichte grün: 270.00 bis 360.00 kg/m3
Scherfestigkeit: 1.00 bis 2.00 N/mm2
Zugfestigkeit [ft]: 20.00 bis 40.00 N/mm2
Zugfestigkeit QR: 1.00 bis 1.00 N/mm2

Thermische Eigenschaften:

Wärmeleitfähigkeit/-zahl [λ]: 0.030 bis 0.080 W/mK

Optische Eigenschaften: Holzfehler:
Exzentrischer Wuchs, Risse, Bläue, Kernfäulen, Frassgänge Bearbeitung Lieferformen:
Rundholz: Blocklängen 1,2-5,0 m; Blockmittendurchmesser 0,4-0,9m
Bals wird überwiegend als Schnittholz gehandelt. Um Transportraum zu sparen, kann Rundholz verdichtet werden. Balsaholz eignet sich nicht zum Dampfbiegen. Fügen und Verbinden: kleben
Verklebung ist gut möglich und zugleich die einzige brauchbare Verbindung. Zapfen-, Zink-, Nagel- und Schraubverbindungen halten nicht. Oberflächenbearbeitung: schleifen
Glatte Flächen sind nur durch Schleifen möglich. Oberflächenbehandlung: beizen, bemalen, imprägnieren, lackieren, lasieren, ölen, wachsen
Balsaholz ist sehr saugfähig, daher ist Porenfüller zu verwenden. Trennen und Subtrahieren: bohren, fräsen, lasern, sägen, schneiden, schnitzen, spalten
Balsa lässt sich von Hand sowie mit maschinell leicht bearbeiten. Dabei sind dünne, scharfe Werkzeugschneiden erforderlich. Die einwandfreie maschinelle Bearbeitung (z. B. Hobelung) ist schwierig. Trocknung:
Balsa lässt sich technisch gut trocknen, Lufttrocknung ist jedoch schwierig.
Das Stehvermögen ist gut. Konservierung: Schutz und Pflege:
Splint- und Kernholz sehr gut mit Holzschutzmitteln tränkbar. Anwendung Anwendungsgebiete:
Wärme- und Kälteisolierung, Einlagematerial für Verbundplatten, Lärmdämmung, elektrische Isolation; Modellbau, Auftriebsmaterial, Verpackungsmaterial, Rohstoff für die Papier- und Zellstofffabrikation Anwendungsbeispiele:
Kühlschiffe, Kühlhäuser, Isolation bei Eisenbahnwagons, Flugzeugen; Spielwaren, Tropenhelme, Prothesen; Schwimmwesten, Schwimmer, Rettungsflösse, Bojen, Wassersportgeräte; Schaufensterpuppen, Theaterrequisiten Sammlungen

Muster in folgenden Sammlungen: Gewerbemuseum Winterthur
Standort in der Sammlung: Gewerbemuseum Winterthur:
Massivholz > Schublade 67 Quellennachweis Verwendete Quellen:
Beck Hough, R. (2007). The Woodbook. Köln, Deutschland: Taschen GmbH.
Schafflützel, H. (1982). Nutzhölzer. Zürich, Schweiz: Verlag Verband Schweizerischer Schreinermeister und Möbelfabrikanten, Zürich.
Sell, J. (1997). Eigenschaften und Kenngrössen von Holzarten. Dietikon, Schweiz: Baufachverlag AG.
Wagenführ, R. (2007). Holzatlas. München, Deutschland: Carl Hanser Verlag.
Walker, A. (2007). Atlas der Holzarten. Stuttgart, Deutschland: Eugen Ulmer KG. Weitere Quellen:
WWF Holzführer, www.wwf.ch/de/derwwf/themen/wald/wwf_engagement/fsc/holzfuhrer/balsaholz.cfm, (Stand 18.10.2010)
www.schreiner-seiten.de/holzarten/index.php
www.holzlexikon.de/frame.htm.
www.holzerkennung.at
www.proholz.at Expertin / Experte:
Serge Lunin Material-Archiv-Signatur:
HOL_LAU_AUS_6

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