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Chrompigmente

Chrompigmente
Materialgruppen:
Farbmittel > Pigmente > Anorganische Pigmente > Synthetische anorganische Pigmente Materialbeschrieb Chromgrün: Bei den als Chromgrün bezeichneten Farbtönen handelt es sich um Mischpigmente. Man verwendet unterschiedliche Nuancen von Chromgelb bis in den Orangebereich und Preussischblau. Chromgrün ist lichtecht und wegen seines Gehalts an Berliner Blau nicht alkali- beständig. Chromgrün ist seit etwa 1830 bekannt und wurde besonders als Ölfarbe verwendet. Da es über sehr warme Nuancen verfügt, war seine Verwendung vor allem unter Landschaftsmalern beliebt. Barytgelb wurde nach der Entdeckung des Elementes Chrom, Cr, (1797) zu Beginn des 19. Jahrhunderts als Pigment erstmals synthetisiert. Chemisch betrachtet ist Barytgelb ein Bariumchromat, BaCrO4 . Das Pigment ist von feiner Beschaffenheit und lässt sich in verschiedenen Techniken leicht zubereiten. In wässrigen Techniken ist es sehr gut lichtecht und sogar in Kalk haltbar, in alkalischen Lösungen ist es unlöslich, gegen Säuren ist es nicht sehr beständig. Als Ölfarbe ist Barytgelb weniger zu empfehlen, da es zum Vergrünen neigt. Als chromat- und bariumhaltige Farbe ist Barytgelb als giftig einzustufen, ausserdem steht es inzwischen im Verdacht, krebserregend zu sein. Chromgelb, ein Bleichromat, PbCrO4 , ist in verschiedenen leuchtenden Gelbtönen von hellem Zitronengelb bis in den Orangebereich erhältlich. Das Pigment ist stabil und deckt hervorragend, es ist sehr preiswert, jedoch als Bleichromat giftig. Chromgelb und Chromoxidgrün sind, nebst den Cadmium-und Kobaltpigmenten, schöne Beispiele für die Wechselbeziehung zwischen Kunst und Chemie. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts standen den Künstlern die beiden Pigmente Chromgelb und Chromoxidgrün zur Verfügung. Chromorange ist ein Chromgelb mit Zusätzen von Bleihydroxid. Im Gegensatz zum Gelbton ist es kalkecht. Chromorange ist seit Beginn des 19. Jahrhunderts in Gebrauch und gilt als krebserregend. Vincent Van Gogh (1853–1890) hat aus Kostengründen meistens auf die Verwendung von Cadmiumgelb und Cadmiumorange verzichten müssen und an deren Stelle mit Vorliebe viel billigeres Chromgelb und Chromorange verwendet. Beide Bleichromate sind nicht befriedigend farbecht, Verbräunungen und Schwärzungen – z. B. beim Mischen mit Schwefelpigmenten – sind mehrfach beschrieben worden. Chromrot entspricht in seinen Tönungen einem mittleren Cadmiumrot. Chemisch handelt es sich um ein basisches Bleichromat, PbCrO4•Pb(OH)2 . Aufgrund des Gehaltes an Blei- und Chromat-Ionen ist das Pigment als giftig einzustufen. Bei den dunkleren Nuancen von Chromrot handelt es sich um gröbere Pulver, fein gemahlene Pigmente machen den Rotton orangestichiger. Die Lichtechtheit von Chromrot ist sehr gut. Heute wird Chromrot meist durch Mineralfeuerrot bzw. Molybdatrot ersetzt.
(© Stefan Muntwyler / Georg Kremer, 2010) Eigenschaften Erscheinung:

Farbe: Gelbtöne, Grüntöne, Orangetöne, Rottöne


Quellennachweis Verwendete Quellen:
Gewerbemuseum Winterthur & Muntwyler, S. (Hrsg.) (2010). Farbpigmente • Farbstoffe • Farbgeschichten. Winterthur: alataverlag. Material-Archiv-Signatur:
FAR_PIG Bilder

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