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Geripptes Papier

Geripptes Papier
Materialgruppen:
Papier > Maschinengefertigtes Papier > Papiere für spezifische Verwendung Materialbeschrieb Geripptes Papier ist ein maschinengefertigtes Papier mit flächigem Wasserzeichen. Bei den charakteristischen Rippen dieses Papiers handelt es sich um lineare Wasserzeichen. Bis in die Mitte des 18. Jh. kannte man nur solch geripptes handgeschöpftes Papier, dessen Schöpfsieb, ein sogenanntes Vergé-Sieb, aus feinen, quer laufenden Drahtstäben besteht, die mit senkrechten Bindedrähten zusammengehalten werden. Ein solches Sieb hinterlässt auf dem geschöpften Bogen einen regelmässigen Abdruck, wo das Papier dünner und somit durchscheinender ist. Heutzutage entstehen solche Wasserzeichenlinien meist in der Siebpartie einer Papiermaschine. Geripptes Papier hat eine maschinenglatte, leicht strukturierte Oberfläche, die dem Papier eine antike und edlere Erscheinung verleiht. Das flächige Wasserzeichen weist stärkere Linien in der Laufrichtung und feinere Querlinien auf. Je nach Produkt werden Primärfaserstoffe oder Gemische mit Sekundärfaserstoffen verwendet. Das ungestrichene Papier kann in den gängigen Druckverfahren wie Lithografie, Buch-, Sieb- sowie Offsetdruck bedruckt werden. Es lässt sich durch Schneiden, Rillen Stanzen, Prägen und Falten verarbeiten. Als Brief- und Briefumschlagpapier oder als Vorsatzpapier in der Buchbinderei ersetzt das gerippte Papier teurere handgeschöpfte Bogen. Handelsnamen:
SENDme Laid, Conqueror Texture laid Englische Bezeichnung:
laid paper Hintergrund Geschichte:
Die Vergé-Struktur des gerippten Papiers verweist auf eine der ältesten Papierherstellungen mit einem Schöpfsieb. Das traditionelle japanische Schöpfsieb suketa besteht aus dicht nebeneinander angeordneten, parallelen, dünnen Bambusstreifen, die mit feinen Seidenfäden zusammengeknüpft sind. Diese Methode des Papierschöpfens verbreitete sich über die südostasiatischen Länder, von wo sie im 12. Jh. über die Karawanenwege der Seidenstrasse in den Okzident gelangte. Das europäische Vergé-Schöpfsieb aus quer laufenden Drahtstäben mit senkrechten Bindedrähten prägte die Papieroberfläche in Europa bis 1750, als der englische Buchdrucker John Baskerville Papier mit einem Velin-Schöpfsieb aus feinem Kupfergewebe schöpfte. Dessen strukturlose Oberfläche erzeugte eine regelmässigere und edlere Papieroberfläche , die dem Pergament, dem vellum, sehr ähnlich war. Bereits 1783 wurde dieses Velinpapier maschinell hergestellt und verdrängte allmählich das gerippte Papier. Recycling:
Geripptes Papier kann vollständig rezykliert werden. Herstellung Gewinnung:
Den Rohstoff für geripptes Papier bilden grösstenteils Zellstoffe, die durch einen chemischen Aufschluss aus Hackschnitzeln von Laub- und Nadelhölzern gewonnen werden. Dabei wird der grösste Teil des Lignins aus dem Faserrohstoff herausgelöst, wodurch sich sowohl der Weissgrad als auch die Alterungsbeständigkeit des Papiers erhöht. Zur Entfernung des Restlignins werden die Zellstoffe chlorfrei gebleicht. Zur Verbesserung der Papiereigenschaften wie Opazität und Geschmeidigkeit werden dem Faserstoff Füllstoffe und Pigmente beigegeben. Fertigung:
Durch Abfiltern der Fasersuspension wird in der Langsiebmaschine auf einem umlaufenden Siebband eine nasse Bahn erzeugt. Diese noch nicht verfestigte Bahn läuft unter dem Egoutteur, einer rotierenden Walze, die mit einem Vergé-Siebgewebe bespannt ist, durch. Dieses Gewebe drückt sich in die oberste Schicht der Papierbahn ein, entwässert diese und verdrängt gleichzeitig die Papierfasern, sodass sich die Papierbahn partiell verdünnt bzw. verdichtet. Eigenschaften Kennwerte beziehen sich auf:
In Bogen Zusammensetzung/Analyse:
Primärfaserstoffe, je nach Produkt mit beigemischten Sekundärfaserstoffen Mechanische Eigenschaften:

Biegesteifigkeit LR: 100.00 bis 300.00 mNm
Biegesteifigkeit QR: 60.00 bis 180.00 mNm
Feuchtigkeitsgehalt: 5.70 %

Chemische Eigenschaften:

pH-Wert: 7.50

Optische Eigenschaften:

Opazität: 84.00 bis 94.00 %

Quellen der Kennwerte: Arjo Wiggins (o.J.) . Technisches Datenblatt Conqueror, Lupfig: Antalis Bearbeitung Lieferformen:
Geripptes Papier wird in verschiedenen flächenbezogenen Massen von 90 bis 350 g/m2 angeboten, je nach Flächengewicht in Bogen oder Rollen. Lieferbare Materialqualitäten:
Imitationen von geripptem Papier mit Vergé-Muster werden auch durch Prägen oder Filzmarkierungen hergestellt. Dabei handelt es sich jedoch nicht um echte Wasserzeichen. Fügen und Verbinden: kleben, nieten
Oberflächenbearbeitung: prägen
Oberflächenbehandlung: bedrucken, bemalen, kaschieren
Trennen und Subtrahieren: schneiden, stanzen

Anwendung Anwendungsgebiete:
Druckgewerbe,
Buchbinderei Anwendungsbeispiele:
Vorsatzpapiere,
Briefpapiere und Briefumschläge,
Broschüren,
Einladungen,
Grusskarten Sammlungen

Muster in folgenden Sammlungen: ETH Zürich Baubibliothek, Gewerbemuseum Winterthur, ZHdK Medien- und Informationszentrum
Standort in der Sammlung: ETH Zürich Baubibliothek:
ZP-PM-SK | Papiere, maschinengefertigt > Spezialpapiere Gewerbemuseum Winterthur:
Papier > Schublade 87 Bezugsquelle Bezugsquelle Sammlungsmuster:
Antalis AG (Schweiz), Lupfig Quellennachweis Verwendete Quellen:
Zehnder, E. Z. (2008). Lexikon Buch Druck Papier. Bern: Haupt.
Turner, S. (1998). The Book of Fine Paper. London: Thames and Hudson.
Göttsching, L. & Katz, C. (1999). Papier Lexikon. Gernsbach: Deutscher Betriebswirte Verlag GmbH. Weitere Quellen:
Antalis (o. J.). Fabrikdatenblatt SENDme. Lupfig: Antalis Material-Archiv-Signatur:
PAP_MAS_SPE_10 Bilder

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